Zeitgeschichte
Auch der „Trabi“ wird zur Rarität * By (TRD) Pressedienst Blog News Portal

„Asphaltblase“ oder „Rennpappe“ heißt der Trabant im Volksmund. Heute wird er höher gehandelt.
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  • „Asphaltblase“ oder „Rennpappe“ heißt der Trabant im Volksmund. Heute wird er höher gehandelt.
  • Foto: © James Cridland, Flickr / TRD Historik
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(TRD/MID) Fahrzeuge der DDR waren wahrlich keine Traumwagen. Doch 28 Jahre nach der Wiedervereinigung werden einige Modelle zum Kult. Und so langsam werden die alten DDR-Autos rar. Immerhin: Der Wartburg hat in den vergangenen zwölf Monaten eine Wertsteigerung von satten 46 Prozent erlebt.

Musste man im „real existierenden Sozialismus“ zeitweise über zehn Jahre auf den Traum von individueller Mobilität warten, gehen die ostdeutschen Kleinwagen heute umso schneller vom Hof. Allerdings sind Schätzchen wie Wartburg und Trabant mittlerweile selten geworden.

„1991 lief der letzte von 1,6 Millionen Wartburg vom Band, damit werden in drei Jahren sämtliche Wartburg alt genug für ein H-Kennzeichen sein“, sagt Malte Krüger, Geschäftsführer von mobile.de. „Die meisten Fahrzeuge haben heute schon Oldtimerstatus. Unsere Marktdaten zeigen, dass besonders der Wartburg extrem beliebt ist.“

Konnte man im August 2017 noch für durchschnittliche 5.338 Euro einen gebrauchten Wartburg erwerben, sind ein Jahr später beachtliche 7.818 Euro fällig. Die große Nachfrage spiegelt sich auch bei den Standtagen wider: Nach gerade einmal 38,1 Tagen geht ein Wartburg überdurchschnittlich schnell beim Händler vom Hof. Wer sich für ein Modell aus dem Automobilwerk in Eisenach interessiert, konnte im August aus 202 Anzeigen wählen. Die Fahrzeuge sind durchschnittlich 40 Jahre alt und haben 125.980 Kilometer auf der Uhr.

Mit 67.109 Kilometern sind die Trabants auf mobile.de durchschnittlich deutlich weniger gelaufen. Bei einem Durchschnittsalter von etwas über 35 Jahren bedeutet das weniger als 2.000 Kilometer pro Jahr. „Rennpappe“, „Plastebomber“ oder „Asphaltblase“ – der zweite große Automobilklassiker der DDR hatte viele Spitznamen, dafür aber recht wenig Power. 1957 mit 18 PS gestartet, hatte der letzte Trabant 1.1 Anfang der 1990er Jahre „immerhin“ 42 PS unter der Haube.

Das tat der Nachfrage jedoch keinen Abbruch, aufgrund der wenigen Alternativen wurden über drei Millionen Trabants verkauft. Dabei stellt das von 1964 bis 1990 gebaute Modell P 601 mit 2,8 Millionen Fahrzeugen den Löwenanteil. Ein Blick auf den Gebrauchtwagenmarkt zeigt, dass heute deutlich weniger „Trabis“ im Umlauf sind. Gerade einmal 422 Trabant wurden im August 2018 auf mobile.de angeboten.

Der Durchschnittspreis eines Trabants liegt bei 4.282 Euro und hat 2017 gerade einmal fünf Prozent an Wert gewonnen. Damit ist der Trabant zwar ein Klassiker und Sympathieträger, zur Kapitalanlage aber weniger geeignet als der Wartburg, der sich zum „ostalgischen“ Verkaufsschlager mausert.

„Asphaltblase“ oder „Rennpappe“ heißt der Trabant im Volksmund. Heute wird er höher gehandelt.
– Soll immer wertvollerwerden: der DDR-Wagen Wartburg.
Autor:

Heinz Stanelle aus Erfurt

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