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Bringt sie zusammen - leerstehende Objekte und Künstler und Kulturschaffende, die Platz brauchen

Thomas Putz, Projektverantwortlicher der Landes­arbeitsgemeinschaft Soziokultur Thüringen. Foto: Heyder
Thomas Putz, Projektverantwortlicher der Landes­arbeitsgemeinschaft Soziokultur Thüringen. Foto: Heyder
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Stillgelegte Bahnhöfe, aufgegebene Dorfschenken, verlassene Höfe - auf dem Land gibt es noch die potenziellen Häuser und Objekte. Platz, den Kulturschaffende in den Städten wie Erfurt, Weimar oder Jena so schmerzlich vermissen.

«Vieles ist saniert, inzwischen unbezahlbar als Atelier oder Raum für Soziokultur», sagt Thomas Putz, Projektverantwortlicher der Landes­arbeitsgemeinschaft Soziokultur Thüringen. Die LAG ist angetreten, Menschen zum Mitmachen zu kulturellen Projekten zu bewegen. «Wir kümmern uns nicht um die Hochkultur, also Oper und Theaterhäuser, sondern um Vereine und Projekte», erklärt Putz. «Und auch nicht um das reine Konsumieren von Kultur», sondern darum, die Kunst zum Erlebnis zu machen. «Wir planen deshalb mit städtischen Kultur­akteuren eine Tour, um ihnen Perspektiven zu eröffnen, im Umland Kulturprojekte zu ­initiieren.» Auch anders­herum soll es funktionieren: den Objekten in der Umgebung eine Nutzungsmöglichkeit eröffnen.

Zwei Dinge sind deshalb im Landkreis Sömmerda geplant: Ein Fachtag soll am 17. September Akteure aus ganz Thüringen an einen Tisch bringen. Beispielsweise werden hier in Filmporträts Kulturraumpioniere im ländlichen Raum wie der «Stelzen­festspiele Bei Reuth e.V.» in Tanna, der «Kulturverein schwarzwurzel e.V.» in ­Steinach oder der «Künstler­haus Thüringen e.V.» in Kannawurf gezeigt.

Bustour in Planung

Zudem ist eine Kultur-Bustour in Planung, am 2. Oktober von 11 bis 18 Uhr mit Start und Ziel in Erfurt, die durch den Landkreis führt. «Hier werden wir zwei Objekte besuchen, die bereits im ländlichen Raum etabliert sind und weitere vier ­Objekte, die Möglichkeiten einer Nutzung bieten könnten», formuliert Putz durchaus vorsichtig, denn die Verhandlungen müssen mit Geschick geführt werden. Verwalter, manchmal auch Bürgermeister, werden hinzukommen, wenn ein Bus mit rund 40 bis 50 Kulturschaffenden und damit Interessenten - und sei es auch nur für eine temporäre Nutzung - die Objekte in ­Augenschein nimmt. «Während Räume für Kultur­projekte in den Städten tendenziell knapper werden, sind sie im ländlichen ­Umland noch vorhanden. Und es gibt eine Vielzahl an Akteuren, die hier ­interessante Kulturprojekte initiieren.»

termine

·Fachtag «Meine Kultur - Raumlabor», 17. September, ­SILO-Galerie in Sömmerda, ­Infos: www.meinekultur.info

·«Meine Kultur - Raumtour», Kulturbus von Erfurt durchs Sömmerdaer Land, 2. Oktober, 11 bis 18 Uhr, Infos und Anmeldung:www.soziokultur-thueringen.de

Thomas Putz, Projektverantwortlicher der Landes­arbeitsgemeinschaft Soziokultur Thüringen. Foto: Heyder
Eines der möglichen Objekte: Der Bahnhof in Griefstedt.
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