Serie: Mein Museum
Das Mühlhäuser Feuerwehrmuseum zeigt historische Feuerlöschgeräte

Ein beliebter Oldtimer im Mühlhäuser Feuerwehrmuseum ist die Drehleiter DL26.
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  • Ein beliebter Oldtimer im Mühlhäuser Feuerwehrmuseum ist die Drehleiter DL26.
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Pumpen, klingeln, staunen - Geschichte zum Anfassen und Ausprobieren wird im Mühlhäuser Feuerwehrmuseum präsentiert. Robert Kaschak, Brandmeister der Feuerwehr Mühlhausen, führt durchs Museum.

Was gibt‘s Musehenswertes?
Das Museum zeigt eine sehenswerte Sammlung historischer Feuerlöschgeräte. Es wurde 1997 zur 135-Jahrfeier der Mühlhäuser Feuerwehr eröffnet. Die ältesten Stücke sind wahrscheinlich die Löschfässer, wie sie schon im 16. Jahrhundert im Einsatz waren. Ausgestellt ist auch eine originale Pferdespritze aus den Jahren um 1830. Der Großteil der Technik war in Mühlhausen und Umgebung im Einsatz, wurde mit den Jahren aussortiert, aber nicht weggeworfen, sondern restauriert und ­erhalten. Das Museums­gebäude befindet sich in der ehemaligen Fahrzeug- und Werkstatt­halle. Von hier aus sind die Kameraden früher zum Einsatz gefahren.

Woran führt kein Weg vorbei?
Etwas Besonderes ist unsere Drehleiter DL26 aus dem Jahr 1936. Bis 1978 war sie im Einsatz und wurde danach noch für Hochzeitsausfahrten ver­wendet. Ich glaube, in Thüringen gibt es nur noch in Arnstadt eine Drehleiter des Herstellers, die fast so alt ist.

Im modernen Teil sind wir stolz auf die Drehleiter 23 / 12, unser neuestes und teuerstes Fahrzeug, das eine halbe Million Euro gekostet hat. Komplett ausgefahren kommt sie auf 32 Meter Höhe. Auch die Tierrettung und die Geschichten ihrer Einsätze sind sehr beliebt.

Museum zum Anfassen:
Bei uns darf man alles ­anfassen, zum Beispiel die alten Uniformen. Ein alter Spritzenwagen erfordert Muskelkraft, um das Wasser durch die Schläuche zu pumpen. Bei einem großen Brand, wie 1666 in London, pumpte man hier über viele Tage – bis einem die Arme so lang wurden, dass man im Stehen seine Füße kitzeln konnte.

Ihr liebstes Stück?
Das Löschgruppenfahrzeug LF16 vom Typ W50L. Das hat so schöne Rundungen und den alten Holzaufbau. Ich bin nebenher im Sanitätszug in Sondershausen. Da haben wir so ein Fahrzeug noch im ­Einsatz und ich darf es manchmal fahren.

Wenn die Feuerglocke läutet

Sind auch Kinder hier ­museumsreif?
Zu uns kommen Schulklassen und Kindergartengruppen im Rahmen der Brandschutz­erziehung. Am besten finden die Kinder es, wenn wir ­unsere alte Feuerglocke laut klingeln lassen. Natürlich fragen wir nach der Nummer für die Feuerwehr, die 112, und wie man einen Notruf absetzt.

Das muss gesagt werden:

Vielleicht wecken wir mit dem Museum Interesse daran, sich bei der Feuerwehr zu engagieren. Es werden ­immer Leute gebraucht. Damit ist uns mehr geholfen als mit einer Geldspende. Bei unserer Jugendfeuerwehr klappt das super. Da haben wir derzeit sogar einen Aufnahmestopp.

Museums-Rundgang:
Ein Feuerwehrkamerad führt durchs Museum und beantwortet alle Fragen. Wir nehmen uns so viel Zeit, wie sich der Besucher wünscht – wenn kein Einsatz ­dazwischenkommt.

Zur Sache
Feuerwehrmuseum
Bastmarkt 36
99 974 Mühlhausen

Öffnungszeiten:
Geöffnet ist im Grunde rund um die Uhr. (Robert Kaschak: „Wir haben es nur nicht so gerne, wenn die Leute nachts um drei klopfen.“) Gruppen melden sich am besten vorher an.

Kontakt:
Telefon:  0 36 01 / 81 32 72,
info@muehlhaeuser-­feuerwehr.de,
www.muehlhaeuser-­feuerwehr.de

Alle Bilder auf:
www.meinAnzeiger.de/MeinMuseum

Buchtipp:

„Mein ­Museum“, 13,95  Euro. ­Online ­kaufen: www.klartext-­verlag.de oder im Buchhandel; per E-Mail: info@­klartext-verlag.de

Alle Museen der Serie finden Sie hier als übersichtliche Karte und hier auf unserer Themenseite.

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