Entschuldigung

Kinder tun es, Journalisten tun es, Politiker tun es: Sie entschuldigen sich. Keiner kommt ohne Fehler durchs Leben. Eine Entschuldigung ist fällig. Manchmal freundlich, mitunter verbissen kommt es über die Lippen: "Ich entschuldige mich." Aber dort ist der Haken. Wie kann ich mich selbst entschuldigen? Der Lügen- Baron Münchhausen konnte sich mit eigener Kraft am Schopf samt Pferd aus dem Sumpf ziehen. Eine schöne Geschichte, aber eben eine dicke Lüge. Niemand zieht sich selbst aus dem Sumpf.

Keiner kann sich selbst entschuldigen und begangene Schuld ausräumen. Allein der durch meine Schuld Betroffene kann über eine Entschuldigung entscheiden. Er kann Schuld vergeben. Und deshalb wende ich mich an ihn und bitte um seine Entschuldigung: "Entschuldigen Sie bitte!" Wir haben das gedankenlos vergessen oder scheuen bewusst den Schritt zum anderen und die reuige Bitte um Vergebung. Doch so gelingt ein Neuanfang - am besten auch im Gespräch mit dem Himmel: "Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte, und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. Wasche mich rein von meiner Missetat, und reinige mich von meiner Sünde; denn ich erkenne meine Missetat, und meine Sünde ist immer vor mir." (Psalm 51).

Hier ist sich einer seiner Schuld bewusst. Er bittet Gott um Vergebung und empfängt am Ende ein neues Leben. Mit diesem Schritt gewinnen wir Zukunft.

Gesegnete Zeit.
Egmond Prill Theologe & Journalist

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