Klassik trifft Kindergarten
Erfurter Kinder tanzen den "Nussknacker"

Die Kinder sind Feuer und Flamme für ihren "Nussknacker", sie proben immer wieder freiwillig. Im Hintergrund zu sehen: Katrin Hagen.
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Erfurter Kindergartenkinder aus der Einrichtung "Am Fuchsgrund" tanzen ihre Version von Tschaikowskis "Nussknacker".

Wir wollen den Nussknacker machen!" Katrin Hagen ist fassungslos, im positiven Sinn. Schließlich ist es nicht alltäglich, dass Kindergartenkinder das Ballettstück mit der Tschaikowski-Musik aufführen möchten. Ihr Ansinnen, ihre große Herzenssache, die Kleinen behutsam mit Theater und Klassik vertraut zu machen, trägt wunderbare Früchte. Es braucht nicht viel dafür - jemanden, der für die Sache brennt und Kinder, die von Natur aus gern Neues ausprobieren. Dazu einen Kindergarten wie den hier "Am Fuchsgrund" in Erfurt, der nicht einmal für eine besondere Ausrichtung steht, sondern den Kleinen Raum gibt, sich auch künstlerisch zu entwickeln. Nicht jedes Kind hat die Möglichkeit, Musik und Theater kennenzulernen. "Klassische Musik ist für jedes Alter geeignet", weiß die Erzieherin mit dem Faible für Musik, Tanz und Kunst, die im Kindergarten eine Tanzgruppe leitet. Schon vor zwei Jahren hatten sie mit den Kindern "Schwanensee" einstudiert. Jetzt also den Nussknacker.

Sie wollen immerzu proben

"Katrin, wann proben wir weiter?", ruft eines der weißberockten Schneeflockenmädchen. 25 Mädchen und dazu noch einmal fast so viele Jungen im Vorschulalter tanzen und spielen ihre Version des Stücks, das sie "Der kleine Nussknacker" nennen. Die Geschichte kennen und lieben sie schon lange, sie haben sie sich gemeinsam erschlossen. Katrin Hagen und ihre Kollegin Susanne Gröschel führen die Kinder sanft durch die Szenen. Sie geben ihnen genügend Zeit, die Musik zu fühlen, sie in Schritte und Bewegungen zu verwandeln. "Dabei muss längst nicht alles perfekt sein", sagt Katrin Hagen lächelnd und freut sich gerade über die Jungs, die es geschafft haben, ihre mitunter ungestüme Energie beim Kampf von Nussknackerarmee gegen Mäusearmee in wohlgeordnete tänzerische Bahnen zu lenken. Auch die Mädchen wachsen über sich hinaus. Es sei ein herrliches Gefühl für alle, mittendrin zu sein und dann vor anderen zu tanzen, erzählen die Kindergärtnerinnen. "Auf einer Bühne zu stehen und dann sogar Applaus zu bekommen ist eine tolle Sache und stärkt das Selbstbewusstsein der Kleinen ungemein", spricht Katrin Hagen über einen nicht zu verachtenden Nebeneffekt. Außerdem sind längst nicht nur die Kinder im Nussknackerfieber. Der rührige Hausmeister bastelt fleißig mit an den Kulissen, die Eltern helfen, wo sie können und lernen selbst ein bisschen dazu, über das Ballett und den Herrn Tschaikowski. Und vielleicht dürfen die Tänzer das Ballett auch einmal vor anderem Publikum als 'nur' vor Eltern und den anderen Kindern aufführen, darüber würden sie sich riesig freuen.

Infos zum "Nussknacker":

- Der ursprüngliche "Nussknacker" ist ein Ballett in zwei Akten von Peter Tschaikowski.

- Die zugrunde liegende Geschichte vom Nussknacker und dem Mausekönig schrieb E. T. A. Hoffmann. Alexandre Dumas’ Version wurde später von Tschaikowski vertont, das Ballett dazu ist längst zu einem Weltklassiker geworden.

- Im Mittelpunkt steht ein kleines Mädchen, das am Weihnachtsabend einen Nussknacker bekommt. In der Nacht träumt sie von einer Schlacht der vom Nussknacker angeführten Spielzeugsoldaten gegen das Heer des Mäusekönigs. Mit ihrer Hilfe siegt der Nussknacker, der sich danach in einen Prinzen verwandelt und mit ihr in das Reich der Süßigkeiten reist. Dabei spielen Tannenwald, Schloss Zuckerburg und die Zuckerfee eine große Rolle.

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