Sommerkommödie überzeugt in allen Belangen
Es darf gelacht werden: Carlo Goldonis Komödie „Der Diener zweier Herren“

30Bilder

Einen doppelten Dukaten verdienen + Heute Premiere der Sommerkommödie in der Barfüßerruine Erfurt

Erfurt. Es war zwar „nur“ die Generalprobe: Doch gestern Abend war Carlo Goldonis Komödie „Der Diener zweier Herren“ in der Erfurter Barfüßerruine bereits bis auf den letzten Platz besetzt. Die Sommerkommödie trat dabei in ihrer Vorpremiere den Beweis an, dass herzlich gelacht werden darf im Jahr 2019. Mit einem unglaublichen Wortwitz geht es rasant durch zwei Stunden Kommödie, die sich deutlich kürzer anfühlen.

Die Hauptfigur, Truffaldino, ist ein Diener, der sich im Dienste zweier "Herren" einen doppelten Dukaten verdienen will. Das wäre unter normalen Umständen vielleicht möglich. Aber nicht,  wenn nicht auch seinen Herren einiges im Argen läge. Denn Herr ist eigentlich eine Frau und als ihr eigener getöteter Bruder unterwegs. Der zweite, inkognito, auf der Suche nach eben jener, die seine Geliebte ist. Irrungen und Verwechslungen im Minutentakt, einfach herrlich. Wunderbar auf die Bühne gebracht.

Kevin Körber, 1987 in Schmalkalden geboren, haucht der Rolle des Truffaldino einen besonders lebhaften Charakter ein. Er schafft es, die Zuschauer zeitgleich in seine heimlichen Überlegungen einzubeziehen und sie andererseits aus der Ferne herzlich über diese Figur lachen zu lassen. Selten haben die Inszenierungen eines Sommertheaters eine Hauptfigur besessen, die mit derartiger Inbrunst verkörpert wurde.  

Dabei verschmelzen klassisches Stück, alles brav gereimt bis zur letzten Minute, und kleine moderne Anspielungen zu einem runden Gesamten. Selbst das 22-Uhr-Flugzeug, das über die Ruine fliegt, bekommt seine Aufmerksamkeit. Und ein Satz zu neuen E-Rollern in der Stadt fällt auch, wenn auch derart dezent, dass es keinesfalls das Stück zerstört.

Dem Regie-Duo Fabian Hagedorn und Tim Röder ist es zudem gelungen, erfahrene Schauspieler wie Sommertheater-Urgestein Markus Fennert und junge Talente, wie die 1998 in Erfurt geborenen Johanna-Maria Hitzek, die im Jugendtheater "Die Schotte" aufgewachsen ist, in dem Stück ihre Rollen so vollständig ausfüllen zu lassen. Absolut empfehlenswert.
 Schauspielerin Julia Maronde in einem Interview zum Stück

 

Täglich bis 31. August, außer montags. http://sokoerfurt.de/spielplan-events
Weitere Meinungen zum Stück und vom MDR

Autor:

Axel Heyder aus Erfurt

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.