Thüringer Produkte
Es geht um mehr als nur die Wurst

Qualitätsmerkmal: Eine ganze Reihe Thüringer Wurstprodukte trägt inzwischen das ggA-Siegel für „geschützte geografische Angabe“.
  • Qualitätsmerkmal: Eine ganze Reihe Thüringer Wurstprodukte trägt inzwischen das ggA-Siegel für „geschützte geografische Angabe“.
  • Foto: Uwe Keith / Herkunftsverband Thüringer und Eichsfelder Wurst und Fleisch e.V. (HTW)
  • hochgeladen von Daniel Dreckmann

Wir sprachen mit Uwe Keith, dem Geschäftsführer des Herkunftsverbandes Thüringer und Eichsfelder Wurst und Fleisch e.V. (HTW) über den Kampf gegen Konzentrationsprozesse, Nachwuchsmangel und Trends.

Wie viele geschützte Thüringer Produkte gibt es derzeit ?
Durch unseren Verband geschützt und mit dem ggA-Siegel, also mit „geschützter geografischer Angabe“ versehen sind die Thüringer Bratwurst, Thüringer Rotwurst, Thüringer Leberwurst und der Eichsfelder Feldkieker. Mit dem gleichen Gütesiegel versehen ist die Greußener Salami. Damit ist Thüringen das Wurstland Nummer 1. Keine andere Region in Deutschland hat so viele geschützte Wurstarten.

Welche Thüringer Wurst- und Fleischwaren unterscheiden sich geschmacklich von anderen?
Ich sage immer, dass Thüringen ein Majoran-Land ist. Und dieses schöne Gewürz kommt in der Thüringer Wurst sehr intensiv zum Einsatz. Ich weiß aber auch, dass mir da viele gute Thüringer Fleischer widersprechen.
Es gibt regionale Unterschiede. So wird in Ostthüringen verstärkt Kümmel eingesetzt. Und in Südthüringen greift man gern zum Knoblauch.
Aber es gibt auch hier Fleischer, die ohne diese Zutaten sehr gute Thüringer Wurst produzieren. Letztlich ist Thüringer Wurst ein Qualitätsmerkmal und keine Rezeptur.

Warum war es sinnvoll, Thüringer Produkte schützen zu lassen?
Der Schutz unserer Thüringer Produkte hat ja zwei entscheidende Auswirkungen: Zum einen ist es uns gelungen eine breite Produktpalette innerhalb geografischer Grenzen zu schützen: Eine Thüringer Rostbratwurst kann nur in Thüringen von Thüringer Betrieben hergestellt werden. Das ist ein Rechtsschutz, den wir haben – in Deutschland, in Europa und weltweit.
Und dann ist da noch der Marketingeffekt, von dem wir profitieren. Wir spielen da in einer Liga mit Premiumprodukten wie dem Champagner, dem Parmaschinken und dem Bayerischen Bier.

Der Herkunftsverband hat viel erreicht. Eigentlich könnten Sie sich doch zur Ruhe setzen, oder?
Auf keinen Fall. Die Herausforderungen sind größer denn je. In einer Zeit der zunehmenden Globalisierung müssen wir noch aktiver werden als früher. Angesichts großer Fast-Food-Anbieter, von Pizza, Döner und McDonalds haben es regionale Speisen immer schwerer, sich zu behaupten.
Das gilt um so mehr, als es eben nicht die eine Thüringer Wurst gibt, sondern eine wunderbare Vielfalt, die genau davon lebt, dass es so viele kleine Handwerksbetriebe gibt, die sich der Thüringer Wurst verschrieben haben. Diese Vielfalt aus kleinen Handwerksbetrieben, mittelständischen Unternehmen und größeren Herstellern ist durch die zunehmenden Konzentrationsprozesse in Gefahr. Dazu kommen noch die bekannten Probleme bei der Nachwuchsgewinnung.
Deshalb müssen wir zusammen mit den Fleischerinnungen, dem Agrarmarketing und den Touristikern immer wieder auf das Thema aufmerksam machen.

Wann haben Sie das letzte Mal „gesündigt“ und eine Wurst gegessen, die nicht aus Thüringen stammte?
Die Thüringer Wurst ist wichtig für mich und mein Leben – aber sie ist nicht meine Religion. Auf der Grünen Woche in Berlin habe ich kürzlich eine Currywurst gegessen. Und die war einfach richtig gut.

Nennen Sie drei Gründe, warum die Thüringer Bratwurst der ideale Snack ist.
Sie ist unwahrscheinlich lecker.
Die Zubereitung ist relativ einfach und schnell.
Und der dritte Grund geht tiefer: Sie ist Thüringens leckerstes Kulturgut.
Wenn man sie isst, tut man nicht nur seinem Körper, sondern auch seinem Geist etwas Gutes.

Interview: Daniel Dreckmann

Tipp:
Im Rahmen der Thüringen Ausstellung, die noch bis Sonntag, 17. März 2019, auf der Erfurter Messe zu erleben ist, findet an diesem Mittwoch, 13. März, der 23. Tag der Thüringer Wurstspezialitäten statt. Eine gute Gelegenheit, sich wieder einmal genüsslich mit dem Thema zu beschäftigen.

Autor:

Daniel Dreckmann aus Zeulenroda-Triebes

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