Holzhausen aktuell: 10 Jahre Bratwurstmuseum - Schnappschüsse vom Festempfang

Rostkultur mal anders. Hoch die Deckel zu kulinarischen Genüssen. Foto: Andreas Abendroth
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Bratwurst ist ein Wirtschaftsfaktor

Deutliche Worte vom Retter der Bratwurstrezeptur Rainer Wagner

Von Andreas Abendroth

Das 1. Deutsche Bratwurstmuseum wurde am 28. Mai 2006 eröffnet. Die Besucher erhalten im Museum Informationen zur Bratwurst im Allgemeinen und zur Thüringer Bratwurst im Speziellen. Im letzten Jahr konnten 50.000 Besucher begrüßt werden. Zum zehnjährigen Jubiläum wurde nach Holzhausen eingeladen. Und die Gäste konnten sich über Vielseitigkeit vom Rost freuen.

Bratwurstunterstützer und Rezepturretter Rainer Wagner fand in seiner Festansprache deutliche Worte. „Die Bratwurst ist aus dem Alltagsleben nicht wegzudenken. Sie ist ein kulinarischer Wirtschaftsfaktor. Wurden 1990 noch 16.000 Tonnen produziert, wurden im letzten Jahr 45.000 Tonnen der Thüringer Spezialität hergestellt.“

An diesem Abend erfuhren auch die Festgäste, dass zur Wende die althandwerklichen Thüringer Wurstrezepte an Unternehmen in den damals noch westlichen Bundesländern verkauft werden sollten. Rainer Wagner und einige Mitstreiter ließen die Rezepte für Leber-, Rot- und Bratwurst nach dem Patentrecht der BRD schützen. 1992 erfolgte der Schutz nach Gesamtdeutschen Recht.

Und dann gibt es ja noch die EU in Brüssel und deren Verordnungen. „Es ging um die Eintragung der Thüringer Bratwurst in das Verzeichnis der geschützten geographischen Angaben bei Lebensmitteln. 1993 mussten wir einen Herkunftsschutzverein gründen. Das Eintragungsverfahren in Brüssel dauert 10 Jahre. Bis zur Eintragung im Dezember 2003 wurden 135 juristische Auseinandersetzungen ausgefochten, insgesamt waren Finanzaufwändungen in Höhe von 400.000 Euro notwendig.“
Danach war der rechtlich abgesicherte Siegeszug der Bratwurst nicht mehr aufzuhalten.

Deutliche Worte fand Wagner gegenüber anderen Esskulturen. „Wir essen Fleisch und Wurst und tolerieren dabei andere Essweisen, wie der der Vegetarier und Veganer. Wir wünschen aber auch, dass dies im umgekehrten Verhältnis passiert. Der Bratwurstesser darf nicht auf die „Raucherinsel“ mit seinen Bratwürstchen verbannt werden.“
Auch betonte er, dass Regeln rund um Lebensmittel und deren Herstellung nicht nur für Deutschland gelten sollten, sondern für alle anderen in Europa auch.

Autor:

Andreas Abendroth aus Saalfeld

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