Ein fiktives Interview mit dem Reformator Dr. Martin Luther
Luther I - 500 Jahre Reformation: "Hier stehe ich. Ich kann nicht anders."

Luther machts!
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Was würde Dr. Martin Luther heute sagen? Ein fiktives Interview mit dem Reformator über Gott und die Welt, über Frauen und ­Jugend, über Armut und Politik - hier Teil I, führte AA-Redakteur Thomas Gräser.

Wie schätzen sie das ein, was Helene Fischer macht?
Musik ist ein reines Geschenk und eine Gabe Gottes, sie vertreibt den Teufel, sie macht die Leute fröhlich und man vergißt über sie alle Laster.

Was halten sie von der GroKo, der Großen Koalition?
Einem zu enge, dreien zu weit, zweien gerecht.

Für viel Unmut sorgt die Versorgung, Abfindung und Tätigkeit nach dem Amt unserer Politiker.
Das Recht ist ein zeitlich Ding, das zuletzt aufhören muß, aber das Gewissen ist ein ewig Ding, das nimmermehr stirbt.

Über 60 Millionen Menschen der Erde sind auf der Flucht, über 600 Millionen droht sie. Was können wir tun?
Der Glaube bringt den Menschen zu Gott, die Liebe bringt ihn zu den Menschen. Und: Unser Nächster ist jeder Mensch, besonders der, der unser Hilfe braucht.

Maßlosigkeit, Gier, Egois­mus… Kann es Heilung geben?
Die Begierde ist nach der Erfüllung der Wünsche ebenso ungestillt, wie sie es vorher war. Und: Wer trinkt ohne Durst, wer ißt ohne Hunger, stirbt umso junger.

Es wird gelogen das sich die Balken biegen. Naht Rettung?
Eine Lüge ist wie ein Schneeball: je länger man ihn wälzt, desto größer wird er. Und: Der Wein ist stark, der König stärker, die Weiber noch stärker, aber die Wahrheit am allerstärksten. Und: Man braucht sieben Lügen, um eine zu bestätigen.

Unsere Politiker sind Hockenbleiber. Sie wollen partout nicht ihren Sessel räumen, erkennen oft nicht ihr Verfallsdatum. Was kann man ihnen raten?
Eines guten Redners Amt oder Zeichen ist, daß er aufhöre, wenn man ihn am liebsten höret. 

Es brodelt an allen Ecken der Welt. Viele Herrscher sind uneinsichtig, stur und rechthaberisch. Despoten bedrohen uns. Wie kann man polarisieren?
Friede gilt mehr denn alles Recht, und Friede ist nicht um des Rechtes willen, sondern Recht um des Friedens willen gemacht. Darum, wenn ja eines weichen muß, so soll das Recht dem Frieden und nicht der Friede dem Rechte weichen. Und: Glück betört mehr Leute als Unglück. Und: Wenn die Welt voll Teufel wär‘, Und wollt‘ uns gar verschlingen, So fürchten wir uns nicht so sehr, Es muß uns doch gelingen! Und: Es gibt keinen Weg zum Frieden, wenn nicht der Weg schon Frieden ist.

In Nordkorea ist momentan Säbelrasseln angesagt.
Gute, fromme Werke machen nimmermehr einen guten, frommen Mann, sondern ein guter, frommer Mann macht gute, fromme Werke. Böse Werke machen nimmermehr einen bösen Mann, sondern ein böser Mann macht böse Werke.

Haben sie das Handeln von Gregor Gysi verfolgt?
Guter Jurist, böser Christ.

Und das von FDP-Chef Christian Lindner?
Jugend ist wie Most. Der läßt sich nicht halten. Er muß vergären und überlaufen.

Wie schätzen Sie die Gefahr von rechts ein?
Kein Irrtum ist so groß, der nicht seinen Zuhörer hat. Und: Du kannst nicht verhindern, daß ein Vogelschwarm über deinen Kopf hinwegfliegt. Aber du kannst verhindern, daß er in deinen Haaren nistet. Und: Leichtgläubige Menschen verfallen leicht dem Aberglauben. Und: Was kann denn der Teufel mehr tun, denn daß er uns erwürgt? Was noch?

Was sollten sich Fundamentalisten, Radikalisten, fragen?
Was für einer bin ich gewesen? Ich habe Heilige angebetet, die nie sind geboren worden.

Das Verhältnis Deutschland – Türkei?
Nichts wird langsamer vergessen als eine Beleidigung und nichts eher als eine Wohltat. Und: Es heißt, eine rechtschaffene, göttliche, ganze und völlige Liebe, die niemand verherrlicht noch sich stückelt und teilet, sondern frei gehet über alle.

Autor:

Thomas Gräser aus Erfurt

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