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Serie: Mein Museum - Forst- und jagdgeschichtliches Museum am Forsthaus Willrode
Steinzeit, Goethe und "Gräfin"

Trophäenhaft: Auch die Jagd begegnet dem Besucher im Museum am Forsthaus Willrode auf dem Weg durch die Jahrhunderte. Der Keiler an der Wand flößt Respekt ein.
Trophäenhaft: Auch die Jagd begegnet dem Besucher im Museum am Forsthaus Willrode auf dem Weg durch die Jahrhunderte. Der Keiler an der Wand flößt Respekt ein. (Foto: Thomas Gräser)
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Das forst- und jagdgeschichtliche Museum am Forsthaus Willrode dokumentiert 1000 Jahre Thüringer Geschichte. Empfohlen von
Forstamtsleiter Dr. Chris Freise

Was gibt‘s Musehenswertes?
Wir gehen im Museum durch die Zeit, bleiben aber immer in Willrode. Dem Besucher wird der Wald, dessen Nutzung, die Jagd und die Geschichte des Forsthauses näher gebracht. Das reicht bis zu Funden aus der Jungsteinzeit, 4000 Jahre vor Christus zurück.

Woran führt kein Weg vorbei?

Beeindruckend ist die ­Historie von Willrode und dem ­einstigen Ritter­gut – Ersterwähnung 1204 – der Grafen von Gleichen. Es war früher eine kleine Wasser­burg, Försterei, Jagdschloss und ist ­heute Forstamt. „Die Will­röder“ gründeten hier eine der ältesten deutschen Familien­stiftungen. Selbst Großherzog Carl August – ­seine Jagdflinte ist ausgestellt – verweilte mit Goethe in Willrode.

Und heutiges Wissen?
Das Museum zeigt auch den Wandel des Waldes und die nachhaltige Forstwirtschaft.

Außer der Reihe:
Eine Dokumentation über die Sanierung ab Anfang der 1990er-Jahre bis zum Einzug des Forstamtes Erfurt-Willrode 2009 ist auf dem großen Parkplatz angesiedelt. Im Innenhof können Besucher das Thüringische Genzstein­Lapidarium erkunden.

Museum zum Anfassen:
Holzscheide und -arten können unter die Lupe genommen werden. Und das Aus­lösen verschiedener Jagdsignale sorgt für ein akus­tisches Museums-Erlebnis.

Ihr liebstes Stück?
Das sind mindestens zwei: Die Forstkarte aus dem Jahr 1780 und die abnorme Rehtrophäe aus der jüngeren Geschichte. Sie gleicht einer auf einem Foto aus den 1930er-Jahren abgebildeten verblüffend. Das Foto zeigt Oberförster Ernst Quednau und seine Frau Maria. Sie lebte bis 1992 im Forsthaus und ist vielen noch als „Gräfin“, die Einkehrende versorgte, in Erinnerung.

Sind auch Kinder hier ­museumsreif?
Na klar. Das Museum ist klein, aber fein und kurz­weilig. Waldfrüchte, ­Trophäen und eine Projektion zur Landschaftsentwicklung bereichern die moderne Aus­stellung.

Museums-Rundgang:
Da die spannende Geschichte, des Hauses und der einstigen Besiedelung drumherum, auf gerade mal 37 Quadratmeter komprimiert ist, können Besucher in zehn Minuten durch sein. Sie können hier aber auch gute zwei Stunden zubringen.

Das muss gesagt werden:
Hier in Willrode, mitten im Wald, finden Besucher ein lebendiges Denkmal vor. Viele Freiwillige, Freunde und der Förderverein des ­Forsthauses engagieren sich dafür. Stellvertretend für viele seien Volker Gebhardt, Vorstand Landesforstamt und Uta ­Krispin, Revierförsterin genannt. In das Museum flossen 40 000 Euro Fördermittel und 10 000 Euro Spendengelder.

ZUR SACHE

Forst- und jagd­geschichtliches Museum am Forsthaus Willrode, Forststraße 71, 99102 Erfurt-Egstedt

Öffnungszeiten:
Zum offenen Forsthaussonntag – meist letzter Sonntag im Monat – von 10 bis 17 Uhr oder nach Voranmeldung. Die Ausstellung kann in kleinen Gruppen unentgeltlich besucht werden.

Kontakt:
Telefon: 03 62 09 - 43 00 20, Mail: forstamt.erfurt-willrode@forst.thueringen.de, Homepage: www.willrode.de und www.thueringenforst.de

INFORMATIONEN

° Goethe schreibt er in einem Tagebucheintrag vom 1. Okt. 1776: "Nach Erfurt kam der Herz mit Wedeln Muntres Mittagmahl.  Nach Tisch auf Willrode viel geschwatzt auf dem Birschgang mit d Statthalter und folgl nichts geschossen".

° Ab 1995 starteten erste Erhaltungsmaßnahmen im Areal der einstigen Wasserburg, 2001 die Generalsanierung des Anwesens.

° Der Stein-Backofen ist längst wieder in Betrieb, sei es zum Backen von Brot und Zwiebelkuchen an den Tagen der offenen Tür oder von Plätzchen in der Vorweihnachtszeit.

° Das Gut wurde mindestens zwei Mal gebrandschatzt - im Thüringer Grafenkrieg 1342 - 1346 und im Sächsichen Bruderkrieg 1446 - 1451.
Mehr Geschichte!!!

° Der Wildladen hat September bis November und im Januar am Donnerstag und Freitag von 13 bis 17 Uhr sowie am Samstag von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Im Dezember keine Öffnungszeit am Donnerstag. Von Mai bis August ist am Samstag von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Außerhalb dieser Zeiten bitte am Forstamt klingeln.

Alle Museen der Serie und Museumskarte!!!

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