Domstufenfestspiele - Ein Mittelalterkrimi
Umberto Ecos "Der Name der Rose" als Musical auf dem Domstufen

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Musikalisch ist es keine schwere Kost: Ein Musical eben, das allerdings in diesem Jahr die Domstufen erneut in eine unerreichte Theaterkulisse mit spektakulären Farbspielen verwandelt. Selbst für Leute wie mich, denen sich die Welt von Cats & Co. nicht erschließen will, lohnt sich der Besuch.

Das Bühnenbild ist gleichsam schön und funktional, nicht zu viel und nicht zu wenig. Zudem kommen bei verschiedener Beleuchtung immer wieder schöne 3D-Effekte zum Vorschein, immer dann, wenn die verschiedenfarbigen und puzzleartigen Einzelteile mit flächigem Licht illuminiert werden. Besonders schön wirkt das am Ende des Stückes. Doch hier sei nicht zu viel verraten. 

Die Handlung wird getragen von sehr guten Einzeldarstellern, denen allerdings nicht alle im Ensemble folgen können. Besonders zwei Akteure tun sich hervor: William von Baskerville (Yngve Gasoy-Romdal) und der Bettelmönch Salvatore (Björn Christian Kuhn). Beide machen als Charaktere großen Eindruck, ebenso wie die Chöre, die immer wieder für kleine Gänsehautmomente sorgen. ZUdem ist das Stück in Deutsch, noch dazu in einem verständlichen.

Dann allerdings, wie das in Musicals so ist, kommen die seichten Zwischenstücke, in denen der Inhalt unbedingt musikalisch verpackt werden soll. Dann gerät das Stück ins Fahrwasser von Hollywood und 60er-Jahre-Musikfilmen und ist, wie erwähnt, meine Sache nicht.

Wer sich allerdings mit König der Löwen, Phantom der Oper oder Die Schöne und das Biest anfreunden kann, der wird auch hier großen Gefallen finden. 

Hintergrundwissen: Ein Text vom Theater Erfurt

Die im 14. Jahrhundert angesiedelte Handlung erzählt von dem Franziskanermönch William von Baskerville, den eine heikle kirchenpolitische Mission in eine italienische Abtei führt, wo sich rätselhafte Todesfälle ereignen. Bei seinen Ermittlungen kommt er einem großen Geheimnis auf die Spur, das der Bibliothekar des Klosters mit allen Mitteln zu verbergen versucht. William wird von dem Novizen Adso begleitet, der einerseits Abgründe menschlicher Verblendung kennenlernt, zugleich aber auch durch sein erstes Liebeserlebnis vor eine schwere Entscheidung gestellt wird.

Dem norwegischen Autorenduo Wiik/Kverndokk ist es gelungen, die Vertonungsrechte für Ecos Roman zu bekommen. In Erfurt hatten die beiden bereits 2008 mit dem Musical Martin L. unter Beweis gestellt, dass sie ein für die Domstufen maßgeschneidertes Werk zum Erfolg führen können.

Umberto Ecos 1980 erschienener Roman Der Name der Rose wurde zu einem Welterfolg. Dessen Verfilmung von 1986 machte diesen Mittelalter-Krimi international noch weiter bekannt. Eine ganze Welle von dadurch inspirierten Historienromanen und -filmen folgte.

Autor:

Axel Heyder aus Erfurt

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