Aloa he und die Sehnsucht nach dem Meer
Wo singt man Shantys? Natürlich in Erfurt!

Sie leben ihre Sehnsucht nach dem Meer musikalisch aus: Der Shantychor "Ahoi" von der Erfurter Marinekameradschaft. Geprobt wird alle zwei Wochen mittwochs im "Holzstübl" in Klettbach bei Erfurt.
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  • Sie leben ihre Sehnsucht nach dem Meer musikalisch aus: Der Shantychor "Ahoi" von der Erfurter Marinekameradschaft. Geprobt wird alle zwei Wochen mittwochs im "Holzstübl" in Klettbach bei Erfurt.
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Der Shantychor "Ahoi" der Erfurter Marinekameradschaft pflegt seine Liebe zu Meer und Seefahrt auf musikalische Weise und freut sich über Verstärkung: 

"Als Thüringer Seeleute sind wir einst gefahren, erlernten die Seefahrt, erlebten Gefahren. Wir singen auch heute von Träumen zur See, zur Freude euch allen, aloa, loa, he!“ Fast spürt der Zuhörer dabei den rauen Wind um die Nase, glaubt beinahe, die Befehle zu hören. Segel setzen und Anker hieven, bereit für das nächste Abenteuer auf See... Schon die ersten Zeilen des Liedes singen sie voller Inbrunst, sie sind kaum zu bremsen. Natürlich, es ist ihre Erkennungsmelodie. So können nur Seemänner singen.

“Wir haben wirklich vier ehemalige Seeleute unter uns“, bestätigt Andreas Lenigk. Er kennt sie alle genau, schließlich ist er der musikalische Leiter des Shanychors „Ahoi“, den es seit fast zwei Jahren in der Marinekameradschaft Erfurt 1886/1992 e.V. gibt. Dass nicht alle 23 Shantychorsänger zuvor waschechte Seebären waren, tut dem Klang nicht den geringsten Abbruch. Schließlich verbindet sie alle das Gleiche: Die Freude am gemeinsamen Singen und der Traum vom Meer. Egal, wie weit weg es auch ist von ihrem Zuhause. Keine Entfernung vermag die Sehnsucht nach der See zu schmälern.

Und so klingt sie in jedem einzelnen ihrer Shantys durch. Shantys waren einst die Arbeitslieder der Matrosen, die ihre schwere Arbeit so besser bewältigen konnten. Als Arbeitsbegleitung und Taktgeber werden diese Gesänge längst nicht mehr gebraucht, heute singt man sie in der Freizeit, zur Unterhaltung. Gut 25 Seemannslieder haben die Chorsänger, inzwischen in ihrem Repertoire. Die meisten auf deutsch, ein paar englische und irische sind auch dabei. Immer wieder kommt ein neues hinzu. Andreas Lenigk arrangiert jedes einzelne extra zuvor, macht es von den Noten her passend für die Stimmen. „Wir haben hier viele, die G- und D-Dur singen“, erzählt der Profi. „Also insgesamt ist es bei uns schon etwas brummiger, bassiger“, fügt er erklärend hinzu.

Beeindruckender Klang

Trotzdem klingt es beeindruckend, auch wenn „seine“ Sänger alle eher
musikalische Laien sind. Aber durch das ständige Üben werden die Stimmen immer kräftiger, intensiver. Manch einer legt zu Hause freiwillig ein paar
Extra-Übungsstunden ein. Und wenn sie dann wieder alle gemeinsam singen, sind sie sowieso unschlagbar. Bei ihren Auftritten - zum Krämerbrückenfest, bei Weihnachtsfeiern, in Krankenhäusern, auf dem Weihnachtsmarkt und überall da, wo man sie gern dabei hat - dauert es jedesmal nicht lange, bis ihre gesungene Liebe zum Meer auch auf das Publikum übergesprungen ist.

Genau wie die Freude, die sie alle zwei Wochen an ihrem Shanty-Mittwoch haben, wenn sie sich zur Probe treffen. Sie kommen aus Erfurt und Weimar und aus den kleineren Orten ringsherum nach Klettbach ins „Holzstübl. „Es ist ein Hobby, und das muss vor allem Spaß machen“, sagt Andreas Lenigk und freut sich jedesmal über die Fortschritte seiner Sänger. Und Sängerinnen. Dass bei ihnen auch sechs Frauen mitsingen, ist selbstverständlich. Die Thüringer sind da nicht so streng wie ihre männlichen Shantykollegen im Norden, die lieber unter sich bleiben. Dass mit dem unter-sich-bleiben muss auch ansonsten nicht sein: Jedermann (und -frau), der mitsingen oder die Sänger instrumental unterstützen möchte, ist herzlich willkommen. Denn bei Verstärkung klingt die Sehnsucht nach dem Meer noch viel beeindruckender.

Lust auf Shanty?

Kontakt zur Marinekameradschaft Erfurt 1886/1992 e.V. per E-Mail: mk-erfurt@web.de. Weitere Infos: www.marinekameradschaft-erfurt.de. Nächste Probe: Mittwoch, 20. September, 18 Uhr, „Holzstübl“, Straße der Einheit 57 in Klettbach, ab da alle zwei Wochen zur selben Zeit.

Autor:

Helke Floeckner aus Erfurt

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