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Zauberhafte Zauberflöte: Die Königin kam im Radlader

Wo: Domplatz, Domplatz, 99084 Erfurt auf Karte anzeigen
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Die Domstufenfestspiele werden in diesem Jahr um eine Inszenierung bereichert. Morzarts Zauberflöte wird auf die bekannten Treppen gebracht, mit einer wahrlich zauberhaften Umsetzung. Soweit die Generalprobe dieses Urteil zulässt. Und, so man denn keine Angst vor Trollen oder Gremlins hat. Die allerdings recht possierlich daherkommen.

Das Ensemble ist klasse, kann bis auf kleinen Ausreißer überzeugen. Die Inszenierung wird mit Radlader und modernen Elementen bereichert. An dieser Stelle scheiden sich jedoch die Geister. Es stellt sich die Frage, ob man 220 Jahre nach Mozarts Tod eben immer noch die gleiche Art der Inszenierung wählen sollte, dioe Mozart im Sinn hatte. Oder, ob die Geschichte um den jungen Prinz Tamno, der von der Königin der Nacht ausgesandt wird, um ihre Tochter Pamina zu retten, neu interpretiert werden darf? Und wenn ja, wie? Und wie stark? Fakt ist, zuviel mutet Montavon in seiner Umsetzung nicht zu, eher zu wenig. Dem Modernen fehlt ein wenig die Stärke und Konsequenz, die so ein Stück auch vertragen kann. Denn: Es handelt sich hier um die meist gespielte Oper weltweit.

Einige werden moderne Elemente zu schätzen wissen, während andere die klassische Variante immer bevorzugen. Ein opulentes Bühnenbild bietet jedenfalls für alle genügend optische Reize. Und wer die Augen schließt, mag der Königin der Nacht verzeihen, dass sie statt einer Krone einen Bauarbeiterhelm trägt. Gesanglich stammt nähmlich ganz und gar nicht vom Bau, was Christina Rümann zu bieten hat. Auch der Papageno (Maté Sólyóm-Nagy) hat es stimmlich in sich. Insgesamt fehlt an mancher Stelle ein wenig die Wucht des Orchesters.

Und trotzdem: Alles in allem sehens-, aber vor allem hörenswert.

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