Worte zum Sonntag
Zeitwende zum Frieden

  • Foto: Dieter Schütz / © www.pixelio.de
  • hochgeladen von Egmond Prill

Im November vor hundert Jahren endete nach vier Jahren Gemetzel der erste Weltkrieg: In Europa, im Orient, in Ostasien. Das Elend in den Schützengräben war vorbei, aber nicht die Schäden des Krieges. Neben Millionen Toten gab es Millionen Trauernde und Traumatisierte.

Hunger und Krankheiten forderten Opfer. Die Kaiser in Wien und in Berlin waren weg, der russische Zar gestürzt. Alte Ordnungen waren zerbrochen, eine Zeitenwende. Jene „Belle Époque“, die „Schöne Zeit“ im alten Europa schien in einer fernen Vergangenheit versunken und lag doch erst vier Jahre zurück.
Und die Zukunft? Mit den Friedensverträgen von 1919 wurde weder im Orient noch in Europa dauerhaft Frieden geschlossen, sondern die Lunte für einen nächsten Krieg gelegt.

In ebenfalls schwerer Zeit klagt der Prophet Jeremia: „Wir hofften, es sollte Friede werden, aber es kommt nichts Gutes; wir hofften, wir sollten heil werden, aber siehe, es ist Schrecken da.“ Jeremia 8,15). Friede entsteht, wo der Sieger den Besiegten überleben lässt. Noch mehr, wo dem aufgeholfen wird, der am Boden liegt.

Jesus wagt einen neuen Weg zum Frieden: „Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen; segnet, die euch verfluchen; bittet für die, die euch beleidigen.“ (Lukas 6,27.28). Das ist wirklich eine Zeitenwende zum Frieden. Dieser Friede beginnt auch in unseren Herzen und vor der Haustür.

Gesegnete Zeit

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