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Ansichtssache: Metallmund mit Goldkonto

Der Kinderfluch vom damals wird heute für Erwachsene immer mehr zum Statussymbol. Noch vor ein, zwei Jahrzehnten gab es quasi keine Erwachsenen mit Zahnspangen.
Der Kinderfluch vom damals wird heute für Erwachsene immer mehr zum Statussymbol. Noch vor ein, zwei Jahrzehnten gab es quasi keine Erwachsenen mit Zahnspangen. (Foto: Falk/Pixelio)
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Als Kind hatte ich eine Zahnspange. Ich habe sie gehasst. Klammeraffe, Drahtfresse, Kühlergrill - das waren die Kommentare meiner Mitschüler. Zum Glück hatte ich ein loses Modell, das ich nur unbeachtet beim Schlafen trug. Morgens kam der Sabberfänger in ein Töpfchen mit Corega-Taps. Unnötig zu erwähnen, wie peinlich es war, als mich mein Jugendschwarm mit den Tabletten an der Supermarktkasse erwischte.

Egal, für andere kam's schlimmer: Mein Kumpel Mike hatte seine Klammer mit einem Gummiband um den Kopf gespannt. Er sah damit aus wie der junge Hannibal Lecter. Thorsten ähnelte mit seinen Brackets dem Beißer aus den James-Bond-Filmen. Am Draht klebten meist noch die Reste vom Frühstück.

Ich kann heute kaum glauben, dass immer mehr Erwachsene denken: Lieber das Lächeln von Lisa Plenske als das von Frank Ribery. Dafür blättern sie mehr Scheine auf den Tisch als ich für mein jetziges Auto. Damit ist die Spange zum Statussymbol geworden. Schmuck für die Zähne. Ein Modeaccessoire, das selbst Promis nicht missen. Mein Haus, mein Auto, meine Klammer. Und dann: breit grinsen!

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