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Ansichtssache: Nervtötende Smileymanie

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.
Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. (Foto: Vogelbacher/Pixelio)
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Überall grinsen sie mich an, küssen mich ungefragt oder zerdrücken dicke Krokodilstränen. Die Rede ist von den Diddlmäusen der digitalen Kommunikation: den Smileys. Sie breiten sich schneller aus als Magen-Darm-Grippe auf einer Nilkreuzfahrt. In mancher E-Mail stecken mehr dieser Mimikmonster als ganze Sätze.

Keine Gefühlslage scheint mehr vermittelbar, ohne die Unterstützung der infantilen Comics. Besonders beliebt sind die Zwinker-Smileys, die signalisieren: Hey, alles nicht so wild! Ich meine es bloß augenzwinkernd, wenn ich dich als faule Dummtröte bezeichne. Selbst gebildete Menschen schreiben plötzlich nur noch in Bilderbabysprache, als wäre es das neue Denglisch.

Wäre die Bibel per „WhatsApp“ verbreitet worden, würde sich die Schöpfungsgeschichte wohl so lesen: „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde (verliebter Smiley mit Herzchen). Und die Erde war wüst und leer (trauriger Smiley). Und Gott sprach: Es werde Licht (Smiley mit Sonnenbrille). Und es ward Licht (Breites-Grinsen-Smiley). Und Gott sah, dass das Licht gut war (Daumen-nach-oben-Smiley).“

Alle unbeirrbaren Emoticon-Fans stellen sich jetzt bitte ein Smiley vor, das sich übergibt...

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