Daten von der Schmücke: Die Messstation des Umweltbundesamtes im Thüringer Wald

Eike Straube kennt sich mit Feinstaub aus, ist für Messgeräte und Labor in der Messstation Schmücke zuständig.
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  • hochgeladen von Ines Heyer

Es ist kalt, der Himmel verhangen. Die Messstation ist ganz in Nebel gehüllt. Nur noch schemenhaft sind auf Stelzen stehende Metallgebilde auf einer Wiese zu sehen. Sind das die Hochleistungsmessgeräte? Es ist schwer zu erahnen, was sich dahinter verbirgt.

Deshalb bin ich mit Eike Straube verabredet, ein Fachmann in Sachen Luftmessung. Er ist seit 23 Jahren als Technischer Assistent auf der Messstation Schmücke tätig. Zuständig für Wetterdaten, Feinstaub-Filter und alles, was mit Messen zu tun hat. „Das heutige Wetter macht mir nichts aus. Schwierig wird es nur bei Schnee. Aber die Geräte stehen auf 1,50 Meter hohen Podesten, damit wir sie wiederfinden", fügt er lachend hinzu.

Als eine von sechs deutschen Reinluftmessstationen geht es hier vor allem um die Messung der Schadstoffe. Straube: „Uns interessiert die globale Luftverschmutzung, der Weg, den die Luftschadstoffe zurücklegen. Je nach Windrichtung können wir zum Beispiel noch Schwefeldioxide vom Chemiestandort Leuna oder der Braunkohleverbrennung in Tschechien nachweisen. Extreme Grenzwertüberschreitungen gab es nicht. Die Luft wird dank der strengen Vorgaben für die Industrie und Kraftfahrzeuge immer sauberer."

Mit mehreren Geräten, verborgen in den Metallkästen auf der Wiese, werden Feinstaubmessungen durchgeführt. Mit bloßem Auge sind die schwebenden Partikel in Mikrometer-Größe nicht zu sehen, nur mit speziellen Filtern ist die Belastung nachweisbar. Diese werden vor und nach der Messung gewogen. Als Mittelwert im Jahr sollten 40 Mikrogrammpro Kubikmeter nicht überschritten werden. „Auf der Schmücke liegen die Werte immer unter 20. Hier besteht keine Gesundheitsgefahr."

Nicht nur die Konzentration ist bei Feinstaub ausschlaggebend, sondern auch die Korngröße: Je kleiner, desto gefährlicher. Denn er kann durch die Lungenbläschen in den Körper gelangen und Krankheiten auslösen. Ein Sonderfall wie der Ausbruch des isländischen Vulkans brachten viel Feinstaub in die Atmosphäre. „Unsere Werte haben sich aber kaum verändert. Die Belastung betraf nur höhere Luftschichten."

Zu Silvester messen wir auf der Schmücke eine erhöhte Feinstaubbelastung der Luft, verursacht durch die Knallerei. Seit einigen Jahren hat sich dieser Wert immer weiter erhöht.
Eike Straube, Technischer Assistent Meteorologie, Schmücke

FAKTEN

• Umweltbundesamt, Messstelle Schmücke, 98559 Gehlberg, Tel. 03 68 45/5 04 67
• Die Messstation ist eine von sechs Reinluft- Messstationen des Umweltbundesamtes.
• Gemessen werden: Gase in der Luft, Feinstaub, Niederschlag und Wetterdaten.
• Im eigenen Labor werden verschiedene Analysen für alle Messstationen durchgeführt.
• Alle Messdaten laufen in der Zentrale des Umweltbundesamtes in Langen (Hessen) zusammen und werden dort ausgewertet.

Autor:

Ines Heyer aus Saalfeld

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