140 Jahre FFW Waltersleben Teil IV
Eine heiße Nacht - Scheunenbrand in Egstedt

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° 140 Jahre FFW Waltersleben Teil IV: Scheunenbrand in Egstedt und die Sicherung von zwei Wohnhäusern forderte die Einsatzkräfte 

Ein lauter Knall am 15. Mai 2013 trieben Maik Wagner Sorgenfalten auf die Stirn. Er lüftete gerade nach dem Gewitter gegen 22 Uhr durch. Eine dreiviertel Stunde später erfolgte die Alarmierung. Der Funkmelder verlautete: „vermutlicher Dachstuhlbrand in Egstedt“.
Die Freiwillige Feuerwehr Waltersleben rückte mit zwei Einsatzfahrzeugen und zwölf Kameraden, aus. „Uns war klar, dass wir eine enge Bebauung antreffen werden“, sagt Wehrführer Mirko Rißland. Die Anschrift Zum Rinnebach und das Haus der Familie Limpert waren den Einsatzkräften bekannt. Das Grundstück grenzt an zwei Straßen.

„Vor Ort trafen wir auf aufgeregte Menschen“, so der Wehrführer. „Zu sehen war leichter Rauch aus dem südlichen Giebelfenster“, sagt Rißland. Eine Lageerkundung durchs Haus auf den Spitzboden war nicht möglich, da es keinen Zugang gab. Anwohner sprachen von einem Blitzeinschlag in einen Masten und kurzen Stromausfall. „Keiner von uns dachte zu diesem Zeitpunkt, dass dies ein größeres Ding werden würde“, erinnert sich Maik Wagner. Erste Löschversuche wurden vom Flachdach des Vorbaus unternommen.

Plötzlich ruft der Anwohner Wolfgang Bey: „Ihr müsst kommen, die Scheune brennt.“ Das kam unerwartet. „Mit einem Schlag war der nördliche Himmel hell“, so Maik Wagner. „Die Scheune hat plötzlich auf einmal durchgezündet“, ergänzt Mirko Rißland. Sofort wurde die anrückende Berufsfeuerwehr aus Erfurt per Funk in die Forststraße beordert. So wurde die Einsatzstelle geteilt. „Wir übernahmen die Gebäudesicherungen“, so Rißland. Unabdinglich bei dieser engen Bebauung.

Der Innenhof war verwinkelt, verbaut, voller Volieren und Qualm. „Unsere Einsatzkräfte standen stundenlang auf irgendwelchen Flachdächern“, sagt Rißland. Dagegen wollte die Berufsfeuerwehr die Scheune über die Drehleiter löschen. Kein Wasser! Die Versorgung war durch die drei C-Rohre der Walterslebener Wehr ausgereizt. Der 10 000-Liter-Abrollbehälter setzte sich in Marbach in Marsch. Gleichzeitig wurden die Wehren aus Bischleben und Möbisburg alarmiert, um eine Wasserversorgung von der höherdimensionierten Leitung am Ortseingang zur Brandstelle aufzubauen. Zusätzlich wurden die Wehren aus Dittelstedt und Melchendorfnach Egstedt gerufen. Vor Ort rund 70 Einsatzkräfte. Die zusätzliche Wasserversorgung stand endlich.

„Wir mussten im Wohnhaus einen Zugang zum Spitzboden schaffen“, sagt Mirko Rißland. Abwechselnd mühten sich je zwei Feuerwehrmänner ab, um sich mit Äxten und Einreißhaken durch Gipskarton, Spanplatten und Verlattung zu arbeiten. Für jeweils 20 Minuten, unter Atemschutz, in einem verqualmten Bereich – drei Stunden lang. Durch die Hitze der Brandscheune entzündeten sich einige Dachsparren im Wohnhaus, die nur durch einen Innenangriff zu löschen waren.

„Die Scheune entfachte sich ständig neu und fiel zusammen“, erinnert sich Rißland. Gleichzeitig waren andere Wehren bei Außenangriffen, auch über eine zweite Drehleiter, im Einsatz. Schließlich musste das Nachbarwohnhaus auch gesichert werden. Die neue, gedämmte Fassade und der Dachkasten drohten sich zu entzünden. „Letzterer gaste schon länger“, so Mirko Rißland. „Und durch die Enge kamen wir nicht ran.“ So standen wieder Abrissarbeiten an. Diesmal im Treppenhaus des Nachbarhauses, um „ein Loch in die Steinwand zum Dachkasten zu schaffen“, so Maik Wagner. Das Holz war schon schwarz, Strahlrohr rein, kühlen und der Schwelbrand war gelöscht.

Der aufwendigste Feuerwehreinsatz der Walterslebener in der Neuzeit endete nach über acht Stunden, bis 7 Uhr morgens, noch nicht. Es galt Brandwachen bis 13 Uhr zu sichern. Und bis 18. Mai gab es noch drei Alarmierungen, um Glutnester im Scheunenschutt zu löschen.

Autor:

Thomas Gräser aus Erfurt

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