Es lebe der Karneval und der Thüringer Nachwuchs mischt kräftig mit

Tanzmariechen Maria Steuber vom AKC.
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  • Tanzmariechen Maria Steuber vom AKC.
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Thüringens Jugend investiert viel Kraft und Aufwand, damit der Karneval im Freistaat niemals untergeht. Wir besuchten Maria Steuber, Thüringenmeisterin im Mariechentanz, und Büttentalent Heidi Massopust (beide 12 Jahre) vom Anger Karneval Erfordia (AKC).  

Was tut ihr beim AKC eigentlich?“, fragt Claudia Steuber, als sie beruflich mit einer Ehrenamtlichen des Anger Karneval Clubs Erfordia zu tun hat. Doch die Gesprächspartnerin setzt nicht zu langen Erklärungen an, sondern ermuntert die Mutter einer dreijährigen Tochter: „Komm doch mit deinem Kind einfach mal vorbei.“
Gesagt - getan. Neun Jahre ist das Schnuppertraining von Tochter Maria beim Erfurter AKC inzwischen her. Seitdem hat die ­12-Jährige fleißig trainiert, führt mit ihrem Verein Thüringens Rang­liste an. Neben Garde- und Showtanz beherrscht die Schülerin die Königsdisziplin des karnevalistischen Tanzsports: den Mariechentanz. „Ich gehe dreimal in der ­Woche zum Training, außerdem mache ich Akrobatik“, erzählt Maria. „Auf der Bühne sind alle Augen auf mich gerichtet, da müssen die Elemente sauber sein.“ Freies Rad, Spagatsprung, Bein am Kopf fangen und Bogengänge gehören zu den Basics. Vorgetragen mit maximaler Körperspannung und lächelndem Gesicht – der Spaß am Tanz muss laut Reglement erkennbar sein – erhöht das die Chancen auf Bewertungen oberhalb der 80. Denn die Punktrichter zählen von 100 abwärts. „Beim Tanzen konzentriere ich mich zwar auf einen Fixpunkt, kann die Jury aber trotzdem sehen. Wenn die Punktrichter viel schreiben, ist das kein gutes Zeichen.“
Dank ihrer Trainerin Christin Haberkorn ist Maria Thüringenmeisterin. „Christin ist sehr wichtig für mich – ohne sie hätte ich das alles nicht geschafft.“ Und trotz Erfolg und Routine gesteht sie: „Lampenfieber ist immer dabei.“

Die "freche Göre" vom AKC

"Mein Papa ­schleppte mich in einen Work­shop für Büttenredner und ich war sofort begeistert“, erinnert sich die 12-jährige Heidi Massopust an die Zeit vor etwa anderthalb Jahren. Seit der dritten Klasse weiß die Erfurterin, dass sie Schauspielerin werden will. „Es macht mir Spaß, mich in andere Rollen zu ­versetzen“, sagt sie und wird fast etwas philosophisch: „Aber egal in welche Rolle du schlüpfst, bleib immer du selbst.“
Diese Saison mimt Heidi beim Anger Karneval Club Erfordia (AKC) in T-Shirt und zerrissenen Jeans eine freche Göre. Denn Pubertät ist, wenn Eltern komisch ­werden. Heidis Lieblingsstelle: „Partnerschaft ist, wenn der Partner schafft. Beim Einkauf stelle ich auf TTV – täuschen, tarnen, verdrücken – jetzt wisst ihr‘s genau!“
Gemeinsam mit Redenschreiberin Helga Nicolai übt Heidi ihren Vortrag ein. „Wichtig ist es, langsam und deutlich zu sprechen, sonst kommt das Publikum nicht mit und die Lacher verschwimmen. Für das deutliche Sprechen gibt es spezielle Übungen“, erklärt die Schülerin, die im Verein auch tänzerisch aktiv ist. „Beim Showtanz kann ich meine Fantasie in Bewegung ausdrücken und trotz Choreografie kreativ sein.“
Wie beim Tanz ist auch in der Bütt Lampenfieber ein ständiger Begleiter. „Jedes Publikum ist anders, ich muss mich innerhalb von Sekunden darauf einstellen können.“ Optimal ist, wenn der Saal während des Vortrags Ruhe ausstrahlt. „Es ist ein unangenehmes Gefühl, wenn sich die Leute während meines Vortrags unterhalten“, sagt Heidi. Selbstvertrauen und die Traute, vor ­Menschen frei zu sprechen, sind Voraus­setzungen für Erfolg in der Bütt. „Mit dem Inhalt muss ich mich identifizieren können, ihn verstehen. Kann ich das Publikum damit unterhalten, bin ich unheimlich motiviert und glücklich.“

Autor:

Jana Scheiding aus Arnstadt

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