Erzieherin nimmt Kita-Kinder mit zu ihrer Großmutter
Feuerwehr? Nein, zur Oma!

Erzieherin Melanie und ihre Vorschulfüchse genießen das Zusammensein mit Omi Ute. Die Waffeln sind das Allerbeste vom ganzen Tag!
2Bilder
  • Erzieherin Melanie und ihre Vorschulfüchse genießen das Zusammensein mit Omi Ute. Die Waffeln sind das Allerbeste vom ganzen Tag!
  • Foto: Helke Floeckner
  • hochgeladen von Helke Floeckner

"Die Feuerwehr ist nichts dagegen!" Eine Erfurter Erzieherin nimmt ihre Vorschulkinder einmal im Jahr mit zu ihrer Oma.Davon werden Jung und Alt noch lange erzählen.

"Wann dürfen wir deine Oma besuchen?“ Die Kindergartenkinder können gar nicht oft genug danach fragen. Nun ist der ersehnte Tag da, endlich. Erzieherin Melanie schnappt sich ihre „Vorschulfüchse“, wie sich die künftigen Schulanfänger in ihrem letzten Kindergartenjahr nennen, und los geht‘s. Mit der Straßenbahn zur Oma. Die Oma – nein, eigentlich heißt sie ja Omi, wie Melanie immer zu ihr sagt – kennen sie schon eine Weile. Schließlich war sie ein paarmal bei den Kindern zu Besuch. Sie waren sogar zusammen im Erfurter Südpark. Manchmal erzählt die Erzieherin den Kleinen auch, was es Neues von Oma Ute gibt, wie es den Katzen geht und welche gerade wieder etwas angestellt hat, was im Garten zu tun ist, was wohl als nächstes dort reif wird...

Die 30-jährige Melanie, die seit vier Jahren in der Erfurter Thepra-Kindertagesstätte „Schwemmbacher Spatzen“ als Erzieherin ihren Traumjob lebt, findet es wichtig, Nähe zu den Kindern aufkommen zu lassen. Trotz aller Freiheiten, die sie ihrer quirligen, neugierigen Rasselbande lässt. „In unserem täglichen Morgenkreis reden wir über alles, was in den nächsten Tagen ansteht. Vor allem aber darüber, was die Kinder bewegt“, spricht sie über ein liebgewordenes Ritual. So lernen sie, einander zuzu­hören und von sich zu erzählen, Erlebnisse zu reflektieren. Dabei geben die Kinder viel von sich preis. Dass die Erzieherin dafür auch von sich oder eben von der Omi erzählt, ist für sie selbstverständlich. Das baut Vertrauen auf, lässt die ­Gruppe mit ihrer Leiterin zu einer eingeschworenen ­Gemeinschaft verwachsen.

Nun also geht es zu Omi Ute, in ihren schönen großen Garten am Haus. Die Katzen gucken erstmal erschreckt, als 14 fröhliche Vorschulfüchse ihnen das Terrain vermeintlich streitig machen. Die sind begeistert von den ver­schmusten Vierbeinern, schließlich hat nicht jeder von ihnen ein Haustier. „Dürfen wir sie streicheln?“, fragen die Kleinen, ganz artig. Natürlich, sehr gern. Auch sonst zeigen sich die Kinder an diesem Tag von ihrer besten Seite. Sie fragen, auf welchen Wegen sie entlanggehen dürfen. Und was ist mit dem Rasen? Auf die Beete passen sie besonders gut auf, da soll alles fein ganz bleiben.

Gemüse, Fotos, Amseln & Waffeln

„Toll, wie gut sich die Kinder benehmen“, freut sich Omi Ute über die rücksichtsvolle Kinderschar. Das hindert die Vorschulfüchse natürlich nicht daran, der Oma Löcher in den Bauch zu fragen. Sie wollen alles wissen. Bei der Führung durch den Garten staunen sie, wie gut Tomaten und Zucchini gedeihen, die Bohnen genauso, die Johannisbeeren. Natürlich darf gekostet werden. Auch das Amselnest ist total spannend. Mindestens genauso wie die Fotos, die die Omi herauskramt. Aha, so also sah die Melanie als Kind aus. Jetzt wird noch eine Runde Ball gespielt. Bis zum Höhepunkt des aufregenden Tages: Omi Ute backt Waffeln. Die besten von der Welt – sind sich alle kaum satt zu bekommenden Waffelfutterer einig. „Ich freue mich riesig, wenn die Kinder hier sind, das ist ja nicht das erste Mal. Dass sie alle so aufgeschlossen und wissbegierig sind, das ist bestimmt auch Melanies Verdienst“, schwärmt die noch immer glückliche Ute von ihren Gästen, die Schwung in die Bude bringen, und von Enkelin Melanie. Die strahlt mit der Oma um die Wette. „Solche Begegnungen tun beiden gut“, weiß die junge Erzieherin. Man könne so viel voneinander lernen, einen respektvollen, liebevollen Umgang einfach leben, Generationsgrenzen nicht gelten lassen.

Sie ist ebenso glücklich über das Lob der Eltern, die von den Kindern wissen, dass dieser Besuch die Krönung vom Kindergartenjahr war. Da könnten nicht mal die Besuche bei Polizei und Feuer­wehr mithalten. „Und auch meine Oma wird noch lange davon zehren, immer wieder davon erzählen.“ Überhaupt sollten Alt und Jung viel mehr miteinander erleben. Das gilt nicht nur für die Kinder, die keine Großeltern haben. „Ich finde überhaupt generationenübergreifende Konzepte sehr gut – zum Beispiel, wenn Altersheime und Kindergärten Partnerschaften eingehen“, so die Erzieherin.

In diesen Tagen heißt es Abschied nehmen für die Kinder und ihre rührige Erzieherin, bald beginnt die Schule. „Die Füchse sind mir sehr ans Herz gewachsen, aber nun ist Zeit für neue Abenteuer“, sagt Melanie. Auch für sie, wenn sie dann andere Kinder betreut. Auch die werden die Oma bald kennenlernen, ganz bestimmt.

Erzieherin Melanie und ihre Vorschulfüchse genießen das Zusammensein mit Omi Ute. Die Waffeln sind das Allerbeste vom ganzen Tag!
Hier gibt es viel zu entdecken und natürlich immer viel zu lachen.
Autor:

Helke Floeckner aus Erfurt

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.