Helau, Bruderherz
Kinderprinzenpaar mitten in der Saison

Gleich müssen sie sich anziehen für den nächsten Auftritt: Prinzessin Marietta I. und Prinz Robin I. Da wird das Kinderzimmer schon mal zur hoheitlichen Garderobe.
  • Gleich müssen sie sich anziehen für den nächsten Auftritt: Prinzessin Marietta I. und Prinz Robin I. Da wird das Kinderzimmer schon mal zur hoheitlichen Garderobe.
  • Foto: Helke Floeckner
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Geschwister ­sind als Erfurter Kinderprinzenpaar Marietta I. und Robin I. unterwegs und meistern in diesen Tagen einen wahren Auftrittsmarathon:

Sogar eine Prinzessin muss ihr Zimmer aufräumen. Aber eigentlich ist dafür überhaupt keine Zeit. Glück gehabt. In diesen Wochen hat sie als Marietta I. gemeinsam mit Bruder Robin der I. als ­Kinderprinzenpaar der Gemeinschaft Erfurter Carneval alle Hände voll zu tun. „Manchmal sind es zehn an einem Tag“, weiß Mama Marion nach einem Blick in den Terminkalender. Sie und ihr Mann Thomas haben ihre närrische Begeisterung dem Nachwuchs in die Wiege gelegt, der Weg zum Prinzenpaar war beinahe logisch. „Marietta übt praktisch schon ihr ganz Leben, wie es ist, eine Prinzessin zu sein“, verrät Robin und gibt zu, dass auch er als kleiner Junge seine Herrscherqualiäten immer wieder im Königskostüm probte.

Nun sind sie mittendrin in der Saison und können alles von Herzen genießen. „Wir freuen uns riesig auf jede Veranstaltung, würden manchmal gern mehr von den Programmen sehen“, erzählt die Prinzessin. Um für die Auftritte fit zu sein, haben sie zuvor trainiert, was ein Prinzenpaar können muss, reden, laufen, Orden überreichen. „Es ist unglaublich, was alles dahintersteckt, wieviele Leute eingebunden sind“, zollt der 14-jährige Prinz den unzähligen Helfern – von ihrer Kinderordonanz über die Quartiermeisterin bis hin zu Friseurin und ganz vielen mehr – Respekt. Zum Glück dauert das mit dem Anziehen jedesmal nur eine Viertelstunde, dafür ist die ­Prinzessinfrisur schon zeitaufwendiger. Dabei ist Gelegenheit, noch einmal auf die ­aktuelle, gereimte Rede zu schauen. Denn das ist eine wichtige Aufgabe für die ­Hoheiten, die ihnen jedesmal Herzklopfen beschert. Der 12-jährigen Marietta fast noch mehr, allerdings nicht vor ­Aufregung: „Ich möchte auf der Bühne genauso viel reden wie der Prinz“, zeigt sie sich als emanzipierte junge Dame, die ihrem Prinzen durchaus das Wasser reichen kann. Und beim Improvisieren, das auch mal nötig ist, sei sie sowieso besser als der Bruder. „Nein,“, weist Robin sie augenzwinkernd in die Schranken, „ich rede mehr, weil sich das so gehört.“ „Sie sind eben ganz normale Geschwister, die sich auch mal necken“, stellt Mutter Marion wieder einmal fest.

Prinz und Prinzessin finden die Geschwister-Konstellation für ihre anspruchsvolle Aufgabe ideal. Schließlich sind sie von jeher ein eingespieltes Team. So sind sie seit fünf Jahren beim Tanzsportverein Grün Gold ein Tanzpaar, spielen Tennis, machen Musik, surfen und fahren Ski. Meistens verstehen sie sich ohne viele Worte. Wenn es doch etwas zu besprechen, Entscheidungen zu treffen gibt, können sie das zu Hause tun. Einig waren sie sich sofort darüber, dass auch ein Kinderprinzenpaar Gutes tut: Robin und ­Marietta ­sammeln Spenden, um sie dem ­karnevalistischen GEC-Nachwuchs und dem Kinder- und Jugendwohnheim des Christophoruswerks „Haus Sonnenhügel“ zukommen zu lassen. „Das ist uns ganz wichtig“, erklärt die Prinzessin und möchte mit Robin noch in der Saison das Heim besuchen. Dafür nehmen sie sich Zeit, trotz des prall gefüllten Terminkalenders.

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