Der Waid-Pflanze zu neuem Leben verholfen
Kollektion VIA BLU verbindet Handwerk, Region, Umwelt, Tadition und Mode miteinander

Erfurt. Es ist eine Brücke mit gleich zwei Bögen, die Rosanna Minelli und Mone Luhn schlagen. Und das mitten auf der Krämerbrücke. Der eine Bogen reicht vom Mittelalter bis in die jüngere Vergangenheit, von der Waid-Färberei bis zur Bauhaus-Tradition. Und von dort weiter bis in die Gegenwart zu modernen Schnitten und ökologischer Kleidung.

Rosanna Minelli und Mone Luhn, die jeweils ganz unterschiedliche Läden auf der Krämerbrücke betreiben, machen dabei gemeinsame Sache. Minelli hat bereits vor Jahren begonnen, die Waid-Färber-Tradition in Erfurt aufleben zu lassen. „Ich verwende die indische Methode zum Färben“, verrät sie. Sehr zeitaufwändig sei das, und benötige viel Erfahrung. Auf die Idee sei sie gekommen, nachdem sie in ihren Stadtführungen für italienische und französische Touristen immer weider davon erzählt habe, wie Erfurt damit im Mittelalter reich wurde. Die Stoffe in blau bedruckt sie dazu mit Bauhaus-Motiven. Mone Luhn, Designerin und Inhaberin den Mode-Labels „Maboni“ sowie einem Laden für bis zu drei Größen mitwachsende Kinderbekleidung, verhalf diesen Stoffen nun zu einem neuen Gewand. In Kooperation entstand eine ganze Kollektion, die etwa 15 Outfits für Kinder und Erwachsene umfassen wird. Die Idee zur Zusammenarbeit der beiden fußt auf ihrer gemeinsamen Leidenschaft für Stoffe und Textilien, aus ihrem Fabel für Handarbeit und dem Antrieb, die Natur zu schonen. Denn umweltfreundlich ist sie auch: die Transportwege sind kurz – Minelli lässt die Pflanzen in der Region für sich anbauen – die Verarbeitung geht ohne künstliche Chemikalien und ist hautfreundlich und waschmaschinenfest. Indes hat sich Designerin Mone Luhn, die die Grundidee, passende Schnitte einfallen lassen, um den Stoffen eine Form zu geben. Die Modelle der VIA-BLU-Kollektion, angelehnt an die Handelstraße Via Regia, zeigen die beiden am 25. August auf der Krämerbrücke in einer Modenschau.

Hintergrund: Die Waidblau-Pflanze, Isatis Tinctoria, hat Erfurt einst zu Ansehen und Reichtum verholfen. Als eine von nur vier Waidmetropolen war Erfurt in ganz Europa bekannt. Die Klima- und Bodenbedingungen in Thüringen eigenen sich hervorragend für den Anbau der Färbepflanze. Dadurch kann bis heute das berühmte Erfurter Blau in allen Arbeitsschritten regional hergestellt werden.

Termin: 25. August, 11 Uhr, Krämerbrücke

Autor:

Axel Heyder aus Erfurt

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