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Mit dem Mut des neunen Tages

(Foto: imago Stock & People)
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Frauen waren die ersten Zeugen von Jesu Auferstehung – Dank ihnen feiern wir heute das Osterfest.

Frühaufsteher kennen das: Die Morgenstunde an der ­Schwelle des neuen Tages. Die Nacht schwindet. Das Licht dämmert herauf. Es wird heller. In einer solchen Stunde stehen einige Frauen in Jerusalem vor einem offenen Grab. Nach den Tagen des Passafestes wollen sie einem Toten die letzte Ehre geben, mit Duftöl und Balsam die Grablegung beenden. Danach wird die Leiche in der Grabhöhle verwesen. Ein Jahr später wird man die Knochen in einen kleinen Keramikkasten legen, den Namen aufschreiben und den Toten so zu seinen Vätern versammeln.  

Es ist der erste Tag der neuen Woche. Oster­morgen. Jesus ist auferstanden. Ein neuer Morgen für die Menschheit ist da. Die ganze Welt ist neu geworden. Einer ist gegen den Tod aufgestanden, hat den Tod hinter sich gelassen. Kaum zu glauben - oder? So schauen auch die Frauen ungläubig ins leere Grab. Unbekannte stehen plötzlich da und erklären: "Was sucht ihr den Lebendigen bei den Toten? Er ist nicht hier, sondern ist auferweckt worden." (Lukas 24,5).  

Frauen sind die ersten, die das leere Grab sehen und diese Botschaft hören. Mutige Frauen. Denn die Männer waren verschwunden. Sie waren die engsten Freunde ihres Herrn, doch sie hatten Jesus verraten und verlassen, verleugnet und verkauft. Nur weg von Jesus. Man könnte sie auch noch schnappen. Die Frauen erfahren es zuerst: Jesus lebt! Ausgerechnet Frauen. Sie galten damals wenig im öffentlichen Leben, waren vor Gericht nicht einmal als Zeugen zugelassen. Als die Frauen zu Jesu Freunden eilen und sagen, was sie gesehen und gehört haben, begegnet ihnen kalte Ab­lehnung. "­Geschwätz!" Und sie glaubten ihnen nicht. Doch Jesus ist wahrhaftig zu einem neuen Leben erweckt worden.  

Jesus will nicht ein Wunder­macher sein, der Brot regnen lässt. Jesus ist nicht einfach ein großer Tugendlehrer - er ist mehr. Jesus ist nicht das leuchtende Vorbild für den Humanisten - er ist mehr. Jesus ist nicht der frühe Kampfgenosse für den Sozialisten - er ist mehr. Jesus ist das Leben und er will uns lebendig machen. Der eiskalten Welt will er Wärme geben. Die dunkle Nacht ist vorbei.  

So schreibt der Apostel Paulus: "Denn alles, was offenbar wird, das ist Licht. Darum heißt es: Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten. So seht nun sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht als Unweise, sondern als Weise." (Epheser 5,14-15).  

Jeder Mensch ist neu zum Leben gerufen. Mitten in der alten Welt fängt mit dem Glauben an Jesus Christus etwas Neues an. Die Kraft der Auferstehung verändert uns. Wo wir mit dieser Kraft anderen Hilfe und Liebe ­geben, erhält die Welt ein neues Gesicht. Mutige Frauen waren die ersten Zeugen, zuver­lässige Zeugen des Oster­morgens! Die Männer brauchten Nachhilfe, bevor auch sie sahen und glaubten. Jesus lebt. Das ist die glaub­würdigste Geschichte der Welt, denn wir können auch heute dem Lebendigen begegnen: Kinder und Erwachsene, Frauen und Männer.

Gesegnete Feiertage!

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