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Worte zum Sonntag
Schatzkästchen im Tisch

(Foto: Redmann Gerhard / pixelio.de)
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Unser alter Küchentisch hat eine Schatzkammer: den Tischkasten. Dort verschwinden alle Dinge, die woanders nicht den richtigen Platz finden. So sammeln sich im Tischkasten Gummiringe und Büroklammern, Bindfaden und Wannenstöpsel, Untersetzer und Bierdeckel. Andere haben ihre Sammlung im Werkzeugkasten verstaut. Verschiedene Dichtungen, spezielle Schrauben, seltene Beschläge. Großmutter sammelte ihre Schätze im Nähkasten: Fäden, Schleifen, Nadeln und kleine Stoffreste. Für uns Kinder war das Fach mit den Knöpfen besonders interessant.

Was geschieht eigentlich, wenn jemand „aus dem Nähkästchen plaudert“?
Will diese Wendung sagen: Hier gibt ein Mensch seine Erfahrungen und Erkenntnisse, seine Werte und Weisheiten weiter?

In der Bibel finden wir einen Wortschatz. Es ist die Sammlung von Sprüchen im Buch Prediger. So heißt es: „Unrechter Gewinn macht den Weisen zum Toren, und Bestechung verdirbt das Herz.“ (Prediger 7,7) Oder: „Sei nicht schnell dich zu ärgern; denn Ärger ruht im Herzen der Toren.“ (7,9). Und im Erfahrungsschatz des Schreibers findet sich auch der Spruch: „Ein Mensch, der da isst und trinkt, und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes.“ (3,13). In der Tat: Kraft, Lebensmut und ein guter Appetit sind Geschenke Gottes. Selbstverständliche Kleinigkeiten, die kleine Kostbarkeiten für unser Leben sind – oder?

Gesegnete Zeit.

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