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Schere, Pflaster, Pfefferspray

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Am Montagabend, 13. März 2017, gegen 21.30 Uhr war eine 28-jährige Frau in der Buswendeschleife am Rostocker Weidendamm mit ihrem Fahrzeug unterwegs, als sie einen Mann am Straßenrand liegen sah.
Sie hielt an und stieg aus, um nach dem vermeintlich Verletzten zu schauen. In diesem Moment wurde sie von hinten von zwei Männern angegriffen. Mit intensiver Gegenwehr und viel Glück konnten sie den beiden Tätern entkommen.
„Nach Angaben des Opfers sahen die Täter südländisch aus und sprachen kein Deutsch“, sagte eine Polizeisprecherin.

Gut, werden Sie vielleicht denken, wieder ein schlimmes Verbrechen, aber das passiert eben in diesem Zeitalter der Gewalt. Crime as usual.

Was also verleiht diesem Fall eine besondere Tragweite?

Das Dramatische an dieser Art Überfällen ist das perfide Element des Ausnutzens menschlicher Gutmütigkeit und Nächstenliebe. Es hat eine gesellschaftzersetzende Langzeitwirkung, welche die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung untergräbt, Zivilcourage zerstört und die Menschen gleichgültig gegenüber Menschen in Not macht.

Mir gibt das zu denken. Ich schreibe oft über den schleichenden Einzug der Gewalt in unseren Alltag und obgleich derlei Taten nicht gänzlich neu sind, ist es einmal mehr die Ereignisdichte, die Aufhorchen lässt und Sorge bereitet. Wie wird sie unser eigenes künftiges Handeln beeinflussen?

Würden Sie aus dem Auto steigen?
Ich würde. In der einen Hand das Erste-Hilfe-Set, in der anderen ein Pfefferspray.

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