Von einem Paket, Inkompetenz, Lügen und Null Umgangsformen
Wir können nichts!

Endlich steht es vor mir – das Paket mit dem knallroten Aufkleber „Fixtermin“. Doch flott bewegte sich zwei Tage nur mein Herzmuskel, was auch den Blutdruck beschleunigte.
Deutschland kann weder Auto fahren, noch Flughafen, noch Logistik. Nur nicht immer so überheblich sein!
Sonntag habe ich im Internet bestellt. Der Reigen begann: Bestätigung vom Anbieter. Montag wird mir die Versendung beurkundet. Auch der Logistiker sendet mir eine Nachricht mit dem Zustellungstermin am Folgetag zwischen 9 und 12 Uhr. Das nenne ich mal ein planbares Zeitfenster, dachte ich da noch.
Und alles ist so einsehbar. Paket verlässt Lager in Neuss. Paket trifft im Nachbarort beim Logistiker 6.12 Uhr ein – zum Greifen nah. Bis 12 Uhr passierte nichts, auch nicht auf der Zustellungsverfolgungsseite online, kein neuer Hinweis. Nur, Paket ist unterwegs.
Das war es wohl 14 Uhr, 15 Uhr und 17 Uhr auch noch. Oder nicht? Anruf beim Logistiker. Nach der Ewig-Warteschleife, mit 12x der gleichen Ansage, rückte ich von Platz 5 nach ganz vorn. Dort erfuhr ich: Ihr Paket ist zu spät bei uns eingetroffen. Typisch Callcenter, Standartausrede.
Am Folgetag passierte auch nichts an der Haustür. Und auch das Zustellungsnachverfolgungsportal streikte. Ich 17.12 Uhr ans Telefon. Da war sie wieder die Stimme, die mich nicht beruhigte. Ich nahm wieder Startplatz 5 ein und wurde besudelt mit: Nutzen sie auch unser Internetportal, das ja schon lahmte.
Dann endlich die Stimme, bei der ich sofort wusste: die wird dir nicht helfen können. „Ihr Paket ist nicht auffindbar.“ Und jetzt. „Bestellen sie bitte beim Versender neu.“ Hhhh…? Dann habe ich letztendlich zwei Sendungen und den ganzen Rücksende-Brabbel. So was hab noch nie gehört. Ich: Nee, nee… das bestellen sie mal schön neu, nicht ich. Keine Entschuldigung seitens der Callschrapnelle. Wir können auch Service, Freundlichkeit und Kompetenz nicht!
Schnell noch eine Beschwerdemail nach Luxemburg. Als automatische Antwort kam unter anderen: „Wir stellen Ihre Pakete immer Montag bis Freitag im Laufe des Tages zu, ohne Angabe von möglichen Terminen bzw. Zeitfenstern.“ Hhh… Das sah Montag noch anders aus. Dort scheint niemand zu wissen was er macht. Wir können auch Ehrlichkeit nicht!
Am Donnerstag schossen die Ticket-Mails nur so rein. Alle taten besorgt, hatten Nachfragen, wollten mehr wissen. Doch da war das Paket bereits da, endlich und ohne Erklärung. Wir können auch Aufklärung nicht!
Die Fahrerin, die am wenigsten dafür kann, entschuldigte sich. Ich: Das brauchen sie nicht, dass hätte gestern Abend die Hotline machen müssen. Wir können eben nichts! Wollen aber die Größten sein!

Autor:

Thomas Gräser aus Erfurt

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