Worte zum Sonntag: „Jerusalem-Tag“ zum Nachdenken

Blick auf die Klagemauer und den Felsendom mit  Goldkuppel in Jerusalem.
  • Blick auf die Klagemauer und den Felsendom mit Goldkuppel in Jerusalem.
  • Foto: Michael Steinfeld
  • hochgeladen von Egmond Prill

Ein Feiertag ist er nicht, eher ein Gedenktag: der "Jerusalem-Tag". Er steht heute im Kirchenkalender wie jedes Jahr am "10. Sonntag nach Trinitatis". Er erinnert an das Schicksal der Stadt Jerusalem und die Geschichte des jüdischen Volkes.

Im jüdischen Kalender gibt es eine Parallele. Der Tag "Tischa b’Av" erinnert an die Zerstörung des Tempels in Jerusalem im Jahr 70. Römische Legionen hatten Jerusalem erobert und das Heiligtum ausgeraubt und angezündet. Bereits Jahrhunderte zuvor war der erste Tempel von babylonischen Truppen platt gemacht worden.

Auch die Vertreibung der Juden 1492 aus Spanien ist in der jüdischen Erinnerung mit diesem Tag der Trauer verbunden. Nur zu oft war es früher auch die Kirche, die Juden verfolgte oder bei Verfolgung schwieg. Inzwischen haben wir einen anderen Blick auf das jüdische Volk, eine biblische Sicht und das Wort Jesu vor Augen: "Das Heil kommt von den Juden." (Joh. 4,22). Und so sieht der Prophet Jesaja in eine lichte Zukunft. Die Völker der Welt werden in diese Stadt kommen und Frieden finden. Aus Schwertern sollen Pflugscharen werden. "Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des Herrn Wort von Jerusalem." (Jesaja 2,3c)

So gesehen kann der "Jerusalem-Tag" ein Nachdenk-Tag sein. Gerade angesichts von Krieg und Krisen um diesen Frieden zu bitten und bereits vor und hinter der Haustür Frieden zu leben.

Gesegnete Zeit.

Autor:

Egmond Prill aus Erfurt

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