Kleine Libellen-Exkursion

Gebänderte Prachtlibelle
21Bilder

Libellen haben mich aufgrund ihrer Vielfalt und ihres Verhaltens schon immer fasziniert, daher möchte ich hier die Gelegenheit ergreifen einige Arten vorzustellen, die ich in diesem Jahr in Erfurt
und dem Thüringer Umland fotografiert habe.
Weltweit sind über 5000 Libellenarten bekannt, von denen ca. 80 auch in Deutschland vorkommen.
Systematisch werden die Libellen noch in die Unterordnungen Kleinlibellen, Großlibellen und Urlibellen (von denen aber nur noch 2 Arten in Asien existieren) unterschieden.

Beginnen möchte ich mit den größten unter den Kleinlibellen, nämlich den Prachtlibellen. In Mitteleuropa sind nur 2 Arten dieser Familie beheimatet, die beide auch im Stadtgebiet von Erfurt anzutreffen sind: die Gebänderte Prachtlibelle (Bild 1) und die Blauflügel-Prachtlibelle (Bild 2).
Prachtlibellen sind aufgrund ihrer charakteristischen Flügelform gut von allen anderen Libellen zu unterscheiden.

Weiter geht es mit einigen Arten aus der Familie der Schlanklibellen, die ebenfalls zu den Kleinlibellen gehören:
Bild 3: Gemeine Becherjungfer
Bild 4: Große Pechlibelle
Bild 5: Frühe Adonislibelle.
Bild 6 zeigt ein Paarungsrad der Hufeisen-Azurjungfer, wobei das blau gefärbte Tier das Männchen ist.

Die Federlibellen sind hierzulande mit nur einer einzigen Art vertreten, der Blauen Federlibelle (Bild 7).
Als letzte Kleinlibelle möchte ich noch einen Vertreter der Teichjungfern zeigen, nämlich die Südliche Binsenjungfer (Bild 8). Diese Art ist in unseren Breiten recht selten und an ihren zweifarbigen Flügelmalen gut zu bestimmen.

Kommen wir nun zu den Großlibellen, und den ersten Vertreter hat wahrscheinlich jeder schon einmal in Gewässernähe gesehen: die Blaugrüne Mosaikjungfer (Bild 9) ist aufgrund ihrer Größe und Färbung sehr auffällig, und man sieht sie oft wie kleine Hubschrauber in ihrem Revier patrouillieren.
Die nächsten beiden Arten gehören wie auch die Blaugrüne Mosaikjungfer zur Familie der Edellibellen: die Große (Bild 10) und Kleine Königslibelle (Bild 11).
Die Große Königslibelle sieht man hier bei der Eiablage, in dem Fall in einer der Wasserstellen in der Berberaffenanlage des Erfurter Zoos !

Die restlichen Libellen die ich zeige gehören alle zur Familie der Segellibellen, hierzulande die artenreichste Familie innerhalb der Großlibellen.
Die Feuerlibelle (Bild 12) gilt eigentlich als typische Wanderlibelle die in warmen Jahren aus dem Süden nach Mitteleuropa einfliegt, als Folge des Klimawandels ist sie mittlerweile aber auch bei uns komplett heimisch.
Der Plattbauch (Bild 13) ist aufgrund des breiten und platten Hinterleibs (Name !) eigentlich unverwechselbar. Sie haben die Eigenart sich nach ihren Patrouillenflügen (fast) immer wieder an dem selben Ansitz niederzulassen, so daß man sie mit etwas Geduld gut beobachten kann.
Der Vierfleck (Bild 14) gehört zu den eher häufigen Libellenarten und zeichnet sich durch 2 dunkle Flügelmale je Flügel aus.
Die nächsten Bilder zeigen 3 Vertreter der artenreichen Gruppe der Heidelibellen, die oft nur schwer zu unterscheiden sind:
Bild 15: Frühe Heidelibelle
Bild 16: Blutrote Heidelibelle
Bild 17: Große Heidelibelle

Am Beispiel der letzten beiden Arten möchte ich zeigen, wie sehr sich die Geschlechter bei den Libellen oft farblich unterscheiden.
Beim Großen Blaupfeil macht nur das männliche Tier (Bild 18) seinem Namen alle Ehre, während sich das Weibchen in einem satten Gelbton präsentiert (Bild 19).
Dasselbe trifft auch auf den Kleinen Blaupfeil zu, Bild 20 zeigt also ein weibliches Tier.

Zum Abschluss noch ein kleine Besonderheit: gerade bei den Heidelibellen ist bekannt dass das Männchen manchmal nicht in der Lage ist, seine genaue Art zu erkennen und sich stattdessen mit einer fremden Art verpaart.
Ich hatte in diesem Jahr auch die Gelegenheit so eine Fehlpaarung zu beobachten, Bild 21 zeigt eine männliche Blutrote Heidelibelle mit einer weiblichen Frühen Heidelibelle.
Es ist wohl möglich daß solche Fehlpaarungen tatsächlich Nachkommen produzieren, die sich dann aber selbst angeblich nicht mehr fortpflanzen können.

Ganz am Ende dieser kleinen Libellen-Exkursion noch die Antwort auf eine Frage die ich erstaunlich oft höre: nein, Libellen können definitiv nicht stechen - es gibt also keinen Grund sie zu vertreiben oder gar nach ihnen zu schlagen !
Stattdessen sollten wir uns an diesen schönen Insekten erfreuen und mit dazu beitragen, ihre Lebensräume und Nahrungsgrundlagen zu erhalten.

Autor:

Jens Winter aus Erfurt

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