Korn fürs Museum - Ernten wie anno dazumal - mit Mähbinder und aufstellen von Garben

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Bäuerliches Leben und Arbeiten im Freilichtmuseum Hohenfelden – Emsiges Ernten wie zu Großvaters Zeiten

Dieser Anblick ist sehr selten geworden - aufgestellte Garben auf dem Getreidefeldl. Momentan kann diese alte landwirtschaftliche Methode auf dem Feld vor dem Freilichtmuseum Hohenfelden "Am Eichenberg" bestaunt werden. Hier steht das Korn fürs Museum und wird geerntet wie anno dazumal.

Bevor die kleinen Getreidepyramiden das Stoppelfeld in Reih und Glied zieren konnten, mussten die Weizenhalme geschnitten und gebunden werden. Und auf dem 0,6 Hektar großen Museumsacker geschieht das zur Hälfte mit einem historischen Mähbinder - dem Deering von 1938. Die andere Fläche wird mit einem historischen DDR-Mähdrescher abegerntet.

Der Museums-Landwirt Frank Höppner (52) aus Kapellendorf zieht die altehrwürdige Maschine mit dem Traktor. "Das Besondere an diesem Mähbinder: er ist doppelt so alt wie ich", flachst er. "Und geht mal was in die Brüche, haben die Freunde vom Traktoren- & Landmaschinenverein Kirchheim stets Lösungen."

Doch an diesem Tag verrichtet der Mähbinder zuverlässig seinen Dienst. Garbe für Garbe wirft er gebündelt aus. Und die Helfer lehnen zirka zehn Strohbündel luftig aneinander. "Die Weizenhalme werden kurz vor der Endreife geschnitten. Ansonsten wären die Verluste beim Mähbindern und Transport riesig. Jetzt trocknen sie eine Woche auf dem Feld. Dann kommen sie in die Scheune", sagt Höppner.

"Angebaut wird das Getreide für das Schaudreschen und für das Mehlmahlen bei den Kindererlebnisführungen", erläutert Gunther Tilche, Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Freilichtmuseums. Und am 28. September wird zum Erntefest in einer historischen Dreschmaschine die "Spreu vom Weizen getrennt".

D
er angestellte Museums- Landwirt Frank Höppner liebt das Arbeiten im Freien. Er kümmert sich um das Feld, die Gärten und Grünflächen. "Schöne Natur, seltene Vögel, Schmetterlinge… was will man mehr." Besonders liegt ihm die Erhaltung alter regionaler Haustierrassen am Herzen. "Wir haben in Hohenfelden Thüringer Zwergbarthühner, Steinbacher Kampfgänse (blau), Mühlhäuser Käfergrüne (Tauben) und die Kaninchenrasse Thüringer", schwärmt er.

Diese Vielfalt - historische Gebäude, Gerätschaften, die Darstellung des früheren Lebens und Arbeitens in den Dörfern - schätzt auch Gunther Tilche: "Das ist ein einzigartiges Museum in Thüringen."

HINTERGRUND

• Eine Garbe ist ein Bündel aus Getreidehalmen mit Ähren.
• Früher wurde das Getreide mit der Sichel, Sichte (Kniesense) oder Sense gemäht und zu Garben mit langen Strohhalmen zusammengebunden.
• Später übernahmen Mähbinder diese einstige Handarbeit. Sie schnitten die Halme und banden die Garben automatisch mit Garn.
• Nach dem Trocknen auf dem Feld wurden die Garben in der Scheune gelagert, um im Herbst ausgedroschen zu werden.
• Die Mähdrescher veränderten dann komplett das Erntegeschehen - schneller, effizienter. Die Zeit der Barben war groflächig vorbei.

TERMINE + INFORM@TIONEN

Aktionen im Freilichtmuseum
• Ferienaktionen, dienstags bis 26. August
• Schäfertag, 2. August
• Käsemarkt, 21. September
• Erntefest, 28. September
• Schaubrauen, 25. Oktober
• www.thueringer-freilichtmuseum- hohenfelden.de

Autor:

Thomas Gräser aus Erfurt

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