Sturmtief „Friederike“
Orkan hat in Thüringen ein Todesopfer gefordert

  • Foto: Deutscher Wetterdienst
  • hochgeladen von Gerd Zeuner

Das Sturmtief „Friederike“ zieht am 18. Januar 2018 von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen aus Richtung Südosten über Deutschland. 

Unwetterwarnungen gelten auch für große Teile Hessens, Sachsens, Sachsen-Anhalts, Thüringens, Franken, den Südwesten von Brandenburg und die Hochlagen im Schwarzwald und Bayerischen Wald sowie die Alpen über 1500 Meter.

Hinzu kommt die Gefahr durch Glätte. Von Niedersachsen über Rheinland-Pfalz bis nach Baden-Württemberg und Thüringen meldet die Polizei am Donnerstag Unfälle mit rutschenden und schleudernden Autos.

Die Deutsche Bahn hat den Fernverkehr aufgrund der Wetterlage bundesweit  eingestellt (Stand 17.45 Uhr). Kurz zuvor wurde „Friederike“ vom Deutschen Wetterdienst (DWD) zum Orkan heraufgestuft. Fernverkehrszüge bleiben in den Abfahrtsbahnhöfen stehen oder werden in Unterwegsbahnhöfen gestoppt. Die Maßnahme werde voraussichtlich den gesamten restlichen Tag andauern.

„Friederike“ hat am Donnerstag eine höhere Windgeschwindigkeit erreicht als der Sturm „Kyrill“ im Jahr 2007. Das teilte der Deutsche Wetterdienst in Offenbach am Nachmittag auf Twitter mit: „Friederike schlägt Kyrill, was die maximale Windböe betrifft. Vor exakt 11 Jahren gab es 202 km/h auf dem Wendelstein, heute meldete der Brocken eine Böe von 203 km/h.“

Wegen des Orkans stellte auch die Deutsche Bahn den Regionalverkehr in Thüringen vorerst komplett ein. Die Züge würden nur noch bis zum nächsten geeigneten Bahnhof fahren und dort stehenbleiben. Die Einschränkungen sollen voraussichtlich bis 19.00 Uhr andauern. Betroffen sind zahlreiche Regionalbahnen und S-Bahnlinien. 

In Erfurt wurden 120 Kilometer pro Stunde gemessen, auf dem Brocken im Harz sogar 203.

„Friederike“ hat in Thüringen ein Todesopfer gefordert. In Bad Salzungen wurde ein Feuerwehrmann von einem Baum erschlagen. Ein weiterer Feuerwehrmann wurde schwer verletzt, wie die Polizei in Suhl mitteilte. Nach Angaben der Wartburgkreises soll es sich bei den Verunglückten um Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Bad Salzungen handeln.

Wie die Polizei weiter mitteilt, können zunächst keine näheren Angabe zum Unfallhergang gemacht werden. Vor Ort herrsche nach wie vor Lebensgefahr. Wegen des Sturms gestalteten sich die Bergungsmaßnahmen sehr schwierig. Zur Betreuung der Angehörigen der Verunglückten sowie deren Kameraden sei ein Kriseninterventionsteam im Einsatz.

In Pößneck hat der Sturm das Dach einer Schule abgerissen, in der sich noch Kinder befanden. Nach Angaben des Landratsamtes Saale-Orla-Kreis blieben bei dem Vorfall am Donnerstagnachmittag alle Schüler unverletzt. Das Dach des Grundschulgebäudes landete auf dem Schulhof. Am Freitag sollen erste Sicherungsmaßnahmen an der Dachkonstruktion vorgenommen werden. Es sei noch unklar, wann der Schulbetrieb wieder aufgenommen werden könne, hieß es in der Mitteilung der Kreisverwaltung.

Thüringer Eltern können frei entscheiden, ob sie ihre Kinder am Freitag zur Schule schicken. Sollte sich die Wetterlage nicht entspannen oder wegen Nachwirkungen des Sturms eine Fahrt zur Schule nicht möglich sein, sollten Eltern die Schule über ein Fernbleiben des Kindes informieren, sagte der Thüringer Bildungsminister Helmut Holter.

Autor:

meinanzeiger .de aus Erfurt

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