Vögel im Winter richtig füttern – NABU Thüringen gibt Tipps

Grünfinken am Futtersilo

Zur Zeit erreichen den NABU Thüringen immer wieder Anfragen zur Vogelfütterung im Winter. Neben der passenden Futterstation, dem richtigen Futter, einer sauberen Futterstelle sind naturnahe Gärten im Winter eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel.

Haferflocken, gehackte Nüsse, Äpfel und Sonnenblumenkerne – dies alles klingt nach einem leckeren Backrezept für einen Kuchen – doch es sind auch jene Zutaten, die in der kalten Jahreszeit unseren kleinen gefiederten Freunden, den Vögeln schmecken. Grundsätzlich ist das Füttern von Vögeln aus biologischer Sicht allerdings nicht zwingend notwendig. Die Winterfütterung unterstützt aber einige Vogelarten, die in unserer ausgeräumten Agrarlandschaft, bei Frost und Schnee, kaum Nahrung finden.

NABU-Tipps zum Füttern von Vögeln im Winter

- Auf keinen Fall sollten gewürzte und gesalzene Speisen gefüttert werden. Auch Brot ist ungeeignet, da es im Magen der Vögel aufquillt.

- Mit dem richtigen Futter können Naturfreunde unterschiedliche Vogelarten an die Futterstelle locken. Amseln und Rotkehlchen bevorzugen beispielsweise Weichfutter wie Äpfel, Rosinen oder Getreideflocken. Stieglitz, Dompfaff und Zeisig sind hingegen Körnerfresser und mögen zum Beispiel ölhaltige Samen wie Sonnenblumenkerne. Die flexibleren unter den Weichfressern, die „Allesfresser“ wie Meisen, Spechte und Kleiber stellen sich im Winter auf Körner um und nehmen auch Sonnenblumenkerne, Hanf und Mohn an. Für diese Vogelarten eigenen sich auch Meisenknödel oder Meisenringe mit einer Mischung aus Fett und Körnern. Wer Meisenknödel und ähnliche Produkte kauft, sollte darauf achten, dass diese nicht, wie leider noch häufig üblich, in Plastiknetzen eingewickelt sind. Vögel können sich mit ihren Beinen darin verheddern und schwer verletzen.

- Typischerweise füttert man im Winter von November bis Ende Februar. Bei Frost oder Schnee werden besonders viele Vögel das Angebot annehmen.

- Als Futterspender eignen sich Futtersilos am besten, denn mit ihnen kann man eine Verunreinigung durch Vogelkot weitestgehend vermeiden. Zudem ist das Futter vor Nässe und Witterungseinflüssen geschützt. Die Ausbreitung und Übertragung von Krankheiten kann somit eingedämmt werden. Wer sich für ein offenes Vogelhäuschen entschließt, sollte dieses regemäßig mit heißem Wasser reinigen. Außerdem ist es empfehlenswert nur so viel Futter einzustreuen, wie an einem Tag verbraucht werden kann.

- Damit die Vögel keiner Katze zum Opfer fallen, empfiehlt der NABU die Futterstellen so zu platzieren, dass die Umgebung gut überblickt werden kann. Des Weiteren sollten die Futterspender einen Mindestabstand von etwa zwei Metern zur nächsten Glasscheibe haben oder die Fenster mit geeigneten Aufklebern oder Ähnlichem versehen werden.

Der NABU Thüringen sieht die Winterfütterung aber nur als Ergänzung zu einer möglichst naturnahen Gestaltung des Gartens. Bei entsprechender Anlage und Pflege ist der Garten eine reiche Futterquelle. Hecken und Gebüsche aus Sträuchern, wie zum Beispiel Weißdorn, Mehlbeere und schwarzer Holunder, bieten Singvögeln Nahrung, Unterschlupf und Schutz vor Räubern. Der NABU empfiehlt, das Füttern von Vögeln vor allem auch als Naturerlebnis zu genießen. Insbesondere Kinder sind regelrecht begeistert, wenn sich die verschiedensten Vogelarten an der Futterstelle einfinden.

Schon jetzt möchte der NABU auf die bundesweite Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“ vom 6. bis 8. Januar 2017 hinweisen. Während dieser Aktion können alle Vogelbeobachtungen an die Naturschützer gemeldet werden. Mit den Daten will der NABU herausfinden, wo die einzelnen Arten vorkommen, wie häufig sie sind und wie sich der Klimawandel auf die Wintervögel auswirkt.

Nähere Infos unter https://thueringen.nabu.de/

Autor:

meinanzeiger .de aus Erfurt

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