NABU-Winterzählung
Wieder mehr Wintervögel in Thüringen

Ein Stieglitz. Der Vogel ist auch als Distelfink bekannt
  • Ein Stieglitz. Der Vogel ist auch als Distelfink bekannt
  • Foto: Andreas Hartl/NABU
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Wer füttert, sieht in diesem Winter deutlich mehr Kohl- und Blaumeisen, Kleiber, Eichelhäher, Gimpel und Kernbeißer als noch 2017. Das hat die jährliche Zählung "Stunde der Wintervögel" des NABU ergeben.

An den heimischen Futterhäuschen sind wieder mehr Vögel zu sehen. Nach Angaben des Thüringer Naturschutzbundes NABU haben sich die dramatischen Einbrüche des vergangenen Jahres nicht fortgesetzt. Stattdessen wurden bei der aktuellen Winterzählung ähnlich viele Vögel gemeldet, wie in früheren Jahren, sagte Klaus Lieder vom NABU-Thüringen.

Mehr Wintervögel im Freistaat
Anders als 2017 wurden beispielsweise wieder deutlich mehr Kohl- und Blaumeisen beobachtet, aber auch Hauben- und Tannenmeisen, Kleiber, Eichelhäher, Kernbeißer, Zeisige und Finken. In ganz Thüringen sind auch mehr Trompeten-Gimpel gesichtet worden. Dieser Vogel ist im übrigen Jahr im nördlichen Ural ansässig. Spitzenreiter unter den ansässigen Vögeln ist in diesem Jahr wieder der Haussperling. Sein Bestand blieb im Vergleich zu den Vorjahren stabil. Einbrüche gab es bei Amseln. Als Ursache dafür nannte Lieder das Usutu-Virus, ein durch Stechmücken übertragenes Virus, das bundesweit ein Amselsterben ausgelöst hat.

Milder Winter kommt Vögeln zugute
Die deutlichen Zuwächse bei einigen heimischen Vogelarten wie Kohl- und Blaumeise sowie Kleiber führt Lieder auf "gute Fortpflanzungsergebnisse" zurück. Die Zuwächse bei Eichelhäher und Kernbeißer seien Ausdruck des bisher milden Winters. Die Vögel seien bereits im Herbst aus nördlicheren Breiten eingeflogen und geblieben, so Lieder.

Der Ornithologe warnte davor, die aktuellen Zahlen zu positiv zu werten. Der generelle Abwärtstrend bei der Vogel-Vielfalt halte an. So sei in den zurückliegenden 30 bis 40 Jahren der Bestand an Haussperlingen um 60 Prozent, an Feldspatzen um 50 Prozent zurückgegangen. Bei den Staren gebe es zwei Millionen Brutpaare weniger, als noch vor einigen Jahren. Verantwortlich dafür macht Lieder den andauernden Einsatz von Insektiziden in der Landwirtschaft und das geringere Nahrungsangebot für Vögel, weil beispielsweise Weg-Ränder gemäht würden. Damit gingen auch Samen von Unkraut und Wildkräutern verloren.

An der NABU-Winterzählung beteiligten sich in Thüringen deutlich weniger Vogelfreunde als im Vorjahr. Diesmal gaben 3.200 Menschen ihre Beobachtungen weiter. In 1.920 Gärten wurden 84.200 Vögel gezählt. Als Ursache für die gesunkene Teilnehmerzahl wird das schlechte Wetter vermutet.

Autor:

meinanzeiger .de aus Erfurt

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