Die Critical Mass trotz Kälte und Dunkelheit mit reger Teilnahme

Start am Bahnhofsvorplatz
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Am Dienstag, 30.10.2012 waren wieder über 50 RadfahrerInnen gemeinsam auf Erfurts Straßen unterwegs. Sie wollten als „Critical Mass“ zeigen, dass ihre Fahrräder keine Schön-Wetter-Fahrzeuge sind, sondern ein vollwertiger Teil des Stadtverkehrs, der immer noch zu wenig berücksichtigt wird.

Start der achten „CM“ war wieder vor dem Erfurter Hauptbahnhof. Von hier aus führte die einstündige Tour über den Juri-Gagarin-Ring, die Schillerstraße, den Schmidtstedter Knoten und die Weimarische Straße. Es wurde deutlich, dass gerade die meist befahrenen und breitesten Straßen der Stadt oft keinen Raum für Radverkehr lassen. Radler sind durch Verbotsschilder ausgeschlossen oder werden von Autofahrer als Fremdkörper wahrgenommen. Dort, wo der Verkehr stark ist, sollten sie durch eine Radspur auf der Fahrbahn geschützt werden. All zu oft wird dieser Platz aber für weitere Pkw-Spuren genutzt.
Die Tour führte weiter durch die Käthe-Kollwitz-Straße, die an Werktagen von rund 10.000 Autos befahren wird. Dort fordern Anwohner eine fußgänger- und fahrradfreundliche Umgestaltung der Straße durch die Wiedereinführung der Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h.
Von der Löbervorstadt verlief die zwölf Kilometer lange Route in die Altstadt.
Die Erfurter Altstadt bleibt eine Problemzone im Radwegenetz. Von besonderer Bedeutung ist dabei der zentrale Anger, auf den zwar mehrere Radrouten zulaufen, der aber bei Tag für Radfahrer gesperrt ist. Verbesserungen werden von der vollständigen Umsetzung des aktuellen Verkehrsentwicklungsplanes (VEP) erwartet. Der VEP wurde dieses Jahr vom Stadtrat beschlossen und sieht in Teilbereichen eine Befahrung des Angers vor.
Die Critical Mass folgte der offiziellen Angerumfahrung, soweit diese möglich war. Ab der Barfüßerstraße gab es wieder Anschluß an den offiziellen Radweg. Die Radler umrundeten das Rathaus um via Michaelisstraße nach Norden bis zum Stadtring zu gelangen. Am Talknoten bog die Gruppe in die Johannesstraße ein.
Nachdem das Thema Radverkehrsverbindung nördliche Johannesstraße jahrelang in der Diskussion stand, wurde dieses Jahr Mithilfe von gelben Markierungen zwischen der Kreuzungen „Talknoten“ und „Am Hügel“ Radstreifen eingerichtet. Der endgültige Umbau der Johannesstraße mit Verlegung der Gleise in Richtung Osten ist für 2013 geplant. Die südliche Johannesstraße ist für den Radverkehr freigegeben und die gemeinsame Führung mit der Straßenbahn funktioniert dort sehr gut. So endete die Tour auch am Ende der Johannesstraße vor dem Lutherdenkmal am Anger.
Die Freude unter den TeilnehmerInnen über die rege Beteiligung, trotz niedriger Temperaturen, war groß. Das Critical Mass Team dankt der bunt gemischten Gruppe aus Erfurter Bürgerinnen und Bürgern für Ihren Einsatz für einen besseren Radverkehr!

Weitere Informationen:
http://www.adfc-erfurt.de/JohannesStr.html
http://criticalmasserfurt.blogsport.eu

Autor:

ADFC Erfurt (Bernhard Deimel) aus Erfurt

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