Rechtsradikalismus
Die Story im Ersten: "Rechtsrockland"

Bild: MDR

Leipzig (ots) - Seit einigen Jahren steigt die Zahl rechtsextremer Konzerte in Deutschland deutlich an. Im Film "Rechtsrockland" analysieren die Autoren am Montag, 1. Oktober um 22.45 Uhr im Ersten die Netzwerke, die Neonazis in Thüringen, Deutschland und ganz Europa miteinander verbinden.

Themar 2017: 6000 Neonazis aus ganz Europa marschieren in dem kleinen Südthüringer Ort auf. Es ist das größte Nazi-Festival in der Geschichte der Bundesrepublik. Vorbereitet wurde es von Thüringer Rechtsextremisten.

Ostritz 2018: Fast 1.300 Rechtsextremisten kommen in die ostsächsische Kleinstadt. Gleich zwei Tage lang feiern die Neonazis ein Festival: mit einschlägigen Bands, Tattoo-Wettbewerben und Kampfsport. Wieder wird die Großveranstaltung von einem Thüringer organisiert.

Die Thüringer Neonazis haben sich längst in der Szene einen Namen gemacht. Europaweit gelten sie als Organisationstalente für Rechtsrockkonzerte. Die geschäftstüchtigen, so genannten Bewegungsunternehmer, melden unter dem Deckmantel der Versammlungsfreiheit ihre Festivals an. So macht die Szene Geld: für Gerichtskosten, Immobilien und für den Aufbau ihrer Strukturen.

Ein Erfolgskonzept, denn die Neonazi-Szene ist im Aufwind und auch das Geschäft mit der rechtsextremen Musikkultur floriert. Seit Jahren steigt die Zahl der Neonazi-Konzerte. 259 waren es laut Bundesamt für Verfassungsschutz 2017.

Ein genauer Blick auf die Konzertteilnehmer lohnt sich, denn im Hintergrund ziehen alte Kader und Szenegrößen die Fäden - die "Paten des Rechtsterrorismus." Sie sind zum Teil seit Jahrzehnten in der Szene aktiv - erst unauffällig, jetzt immer offensiver. Ihre Netzwerke sind international und funktionieren erfolgreich - in Deutschland und im europäischen Ausland.

Der Einfluss der deutschen Neonazi-Netzwerker ist dort groß. Auch Gruppen wie "Combat 18", verantwortlich unter anderem für Bombenanschläge in London, sind wieder aktiv. Ihre Strukturen sind untrennbar mit dem Musikgeschäft verbunden. Und die Behörden sehen hilflos zu.

MDR Landesfunkhaus Thüringen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
Gisa Kotzan, Tel.: (0361) 2 18 12 96, eMail: Gisa.Kotzan@mdr.de

Original-Content von: MDR Mitteldeutscher Rundfunk, übermittelt durch news aktuell

Autor:

Tobias Schindegger aus Gotha

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