Erster Pflegetag des Landespflegerates Thüringen e.V. im Erfurter Augustiner Kloster
Entwicklung der Pflegeberufe

Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz, Martina Röder, Vorstandsvorsitzende des Landespflegerates Thüringen e.V., Rolf Höfert, Geschäftsführer Deutscher Pflegeverband e.V.
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  • Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz, Martina Röder, Vorstandsvorsitzende des Landespflegerates Thüringen e.V., Rolf Höfert, Geschäftsführer Deutscher Pflegeverband e.V.
  • Foto: Neanderklinik Harzwald GmbH
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Wie entwickeln sich die Pflegeberufe bundesweit und wie sind die Entwicklungen im gesamten Pflegesystem? Die Wechselwirkungen bundesweit und im Hinblick auf Thüringen gesehen, waren das Thema des ersten Pflegetages des Landespflegerates Thüringen e.V. im Erfurter Augustiner Kloster.

Der Landespflegerat Thüringen e.V. steht für eine qualitätsorientierte pflegerische Versorgung aller Menschen in Thüringen. Im Landespflegerat haben sich verschiedene Pflege- und Berufsverbände aus Thüringen, die auch im Deutschen Pflegerat e.V. organisiert sind, zusammengeschlossen, um die Interessen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Pflegeberufen und dem Hebammenwesen zu vertreten.

Kernthema ist die Eigenverantwortung in der Pflege, denn dadurch wird die Initiative und Qualität der Pflege in Thüringen gestärkt und gesteigert, so sieht es Martina Röder, Vorstandsvorsitzende des Landespflegerates Thüringen e.V.

Martina Röder: „Von einer immer mehr eigenverantwortlichen Pflegeorganisation profitieren vor allem die Menschen, die betreut werden. Wir sind hier in Thüringen auf einem guten Weg die Pflege individueller zu gestalten und viel mehr auf die Bedürfnisse unserer anvertrauten Pflegepersonen einzugehen. Gesetzgeberisch hat sich einiges getan und wir wollen nun immer wieder gemeinsam darüber nachdenken, wie wir unser gutes Niveau im Detail noch besser machen können. Dabei sind natürlich auch pflege-wirtschaftliche Faktoren zu bedenken und selbstverständlich möchten wir auch die berufliche Situation der Menschen in Pflegeberufen politisch und gesellschaftlich in den Blick nehmen. Darum ist auch immer wieder wichtig das Gespräch zu suchen.“

Dieses Gespräch wurde an diesem ersten Pflegetag des Landespflegerates Thüringen e.V. im Erfurter Augustiner Kloster auch von Verbandsvertretern und Politikern gesucht und geführt. So konnten viele Gäste und Referenten der Veranstaltung begrüßt werden: Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz, Mitglied des Deutschen Pflegerates e.V. außerdem Herr Rolf Höfert, Geschäftsführer des Deutschen Pflegeverbandes und Präsidiumsmitglied des Deutschen Pflegerates e.V. sowie Herr Jörg Thamm, Mitglied des Thüringer Landtages (CDU).

Nach Einschätzung der Pflegeexperten hat die zunehmende berufsständige Organisation des Pflegeberufes deutliche Auswirkungen auf das Gesundheits- und pflegepolitische System der jeweiligen Bundesländer und des Bundes insgesamt und so natürlich auch auf Thüringen. Diese Entwicklung der Pflegeprofession und damit auch die Entwicklung des gesamten Pflegesystems befinde sich vor einem Wandel, einem Paradigmenwechsel, so die Einschätzung der Experten.

Diese Veränderung ist vor allem dadurch gekennzeichnet, dass die Angehörigen der Pflegeberufe nicht nur für das jeweilige Pflegesetting die Verantwortung tragen, sondern in der Konsequenz durch die Übernahme der beruflichen Selbstverwaltung auch die deutliche Mitverantwortung für eine zukunftsorientierte Selbstverwaltung übernommen werden soll.

Beispielgebend könnte für Thüringen die „Pflegekammer Rheinland-Pfalz“ sein. So sprach Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz auch über das Thema: „Pflegekammer Rheinland-Pfalz – ein Erfolgsmodell?!“

In Diskussionen und Redebeiträgen wurden viele damit im Zusammenhang stehende Themen erörtert: der Aufbau einer Landespflegekammer in Thüringen und die Berufsordnung als Grundgesetz der Pflegeberufsausübung. Im Raum standen auch die Fragen: Was fehlt wirklich ohne eine Kammer? Wie sieht Selbstverwaltung aus und wie konferiert die Konferenz der Pflegekammer mit der Bundespflegekammer?

Martina Röder, Vorsitzende des Landespflegerat Thüringen e.V., stellte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Veranstaltung die aktuelle Situation und die Forderung nach einer Landespflegekammer in Thüringen durch die Mitgliedsverbände vor und gab damit viele konstruktive Denkanstöße für die gemeinsame Arbeit. Danach ging die Konferenz zum zweiten Teil der Veranstaltung über und wandte sich dem Thema „Pflegepersonalstärkung – der richtige Weg?!“ zu.

Die stark diskutierten Themen waren hier: Selbstkostendecken als Zukunftsmodell, die Auswirkungen in den einzelnen Sektoren und die kritische Würdigung der Gesetzgebungsinitiative.

Insgesamt konnte man feststellen, dass Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ersten Pflegetages des Landespflegerates Thüringen e.V. im Erfurter Augustiner Kloster am 4. 6. 2019 die Inhalte des Veranstaltungstages deutlich begrüßten und einen konstruktiven Austausch zum Thema Pflegekammer und dem Pflegestärkungsgesetz und dessen Auswirkungen führten.

Martina Röder, Vorstandsvorsitzende des Landespflegerates Thüringen e.V. fasste zusammen: „Die Resonanz auf alle Themen war bei den Teilnehmern außerordentlich positiv. Jetzt müssen wir gemeinsam weiterdenken und viele einzelne Stimmen zu guten Konzepten bündeln. Ich stehe für konstruktive Gespräche immer zur Verfügung. Es hat sich auch gezeigt, dass die Verantwortlichen in der Ausübung und der Organisation der Pflege viel Kommunikationsbedarf haben. Es hat sich weiterhin auch gezeigt, dass wir in Thüringen auf einem guten Weg sind. Wir orientieren uns an positiven Beispielen und nehmen dabei die eigene Situation in den Blick. Für die vielen guten Anregungen aus Rheinland-Pfalz bin ich persönlich sehr dankbar. Wir werden in Thüringen gemeinsam weiterdenken. Mit großer Erwartung sehen wir auch den Umsetzungen der konzertierten Aktion Pflege der Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey, des Bundesarbeitsministers Hubertus Heil und des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn entgegen. Auch diese Ergebnisse werden wir in kommenden Tagungen auswerten. Unser gemeinsames Ziel wird immer die ständige Verbesserung der Pflege in Thüringen sein. Auf diesen gemeinsamen Arbeitsweg freue ich mich auch persönlich sehr.“

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