Gothaer Friedensgespräch 2014

Bertha von Suttner: Freifrau und Freidenkerin

Die Thüringer Würdigung Bertha von Suttners aus Anlass ihres 100. Todestages fand am 28.06.14 im Gothaer Kulturhaus statt. Musikalisch umrahmt wurde das Programm auf der Schuke-Orgel von Prof. J. Trummer, Graz.
Die Teilnehmer der Veranstaltung wurden sehr charmant durch den Oberbürgermeister der Stadt Gotha, Knut Kreuch, begrüßt. Er führte gekonnt und locker durch das Programm.
Es sprachen der Botschafter der Republik Österreich, Dr. Ralph Scheide, der Botschafter der Republik Tschechien, Rudolf Jindrak, die Beauftragte für Internationale Verbindungen der Stadt Wien, Frau OAR Silvia Friedrich und von der Landesregierung Thüringen die Staatssekretärin Frau Hildigund Neubert. Sinngemäß sagte sie: „Bertha von Suttners Friedensbemühungen sind auch heute noch aktuell. Aber dahinein müsse man sich auch den Aufruf des Bundespräsidenten Gauck nach mehr Verantwortung für Militäreinsätze denken.“
Die Gedenkansprache hielt die Reformationsbeauftragte der EKD, Frau Prof. Dr. Margot Käßmann. Es war eine kraftvolle Rede mit Zwischenbeifall und minutenlangem Beifall am Schluss. Zum angesprochenen Thema äußerte Frau Käßmann: „Wir brauchen mehr Friedensverantwortung und nicht mehr Verantwortung für Militäreinsätze.“ Sie ließ die Zuhörer wissen, was Krieg kostet. 2011 musste für die Bundeswehr in Afghanistan 1,28 Milliarden € aufgebracht werden. 2012 kostete der USA die Militäreinsätze 698 Milliarden Dollar und weltweit wurden 1,6 Billionen Dollar für Kriege ausgegeben. Die „Waffen nieder“ dagegen wäre sehr preiswert und gesund. (Weil keine Todesgefahr besteht.)
Der Saal des Kulturhauses war mit mehreren hundert Personen gefüllt. Rund 25 Vertreter der regionalen, deutschen und internationalen Friedensbewegung nahmen an der Gedenkstunde teil. Politiker und Abgeordnete, Kirchenvertreter, Gewerkschafter, Bürgermeister, Landräte, Prof. Schramm von der Jüdischen LandesgemeindeThüringen und Schüler der Bertha von Suttner-Schule Mechterstädt gaben ihr die Ehre.
Ich hatte die Möglichkeit, mit Prof. Huber, Gründer des Internationalen Bertha von Suttner-Vereins, Sitz auf Schloss Harmannsdorf bei Wien, zu sprechen. Frau Margret Otto vom Frauenfriedensnetzwerk Bonn war dabei; leider habe ich sie nicht wahrnehmen können.
Den Abschluss bildete die Kranzniederlegung und Gedenkfeier im Kolumbarium Gotha, direkt an der Urne von Bertha von Suttner. Prof. Gerhard Tötschinger, Österreich, hielt hier die Rede. Die Kränze waren gespendet von der Republik Österreich, der Republik Tschechien, dem Internationalen Bertha von Suttner-Verein und der Stadt Gotha. Die Blumengebinde kamen vom Freidenker-Verband, der Deutschen Friedensgesellschaft und dem Land Thüringen. Für die Thüringer Friedenskoordination habe ich symbolisch eine weiße Rose niedergelegt. Mein Kollege, Bürgerreporter Uwe Zerbst, legte eine rote Nelke dazu.
Für Rollstuhlfahrer wurde ohne großes Aufsehen Barrierefreiheit geschaffen und jederzeit auf angenehme Weise geholfen. Das Bühnenbild gefiel mir als Werbegestalterin sehr. Auch hier bewies die Stadt Gotha ein gutes Händchen. Schon 2005 war ich im Gothaer Rathaus zur Suttner-Feier anlässlich des 100. Jahrestages der Friedensnobelpreisverleihung mit dabei. Damals und diesmal war die Veranstaltung ringsum gelungen.

Autor:

Ute Hinkeldein aus Erfurt

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