Politik
In einer Demokratie kann jeder gewinnen! SPD-Bundestagskandidat Christoph Matschie stellt sich Schülerparlament

SPD-Mann Christoph Matschie (rechts) stellte sich den Fragen von Thüringer Grundschülern.
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Der Bundestagswahl am 24. September stellt sich erneut Christoph Matschie (SPD), der für seine Partei schon 1990 bis 2004 im Bundestag saß. Der Allgemeine Anzeiger war dabei, als sich der Politiker im Erfurter Landtag den Fragen von rund 90 Thüringer Grundschülern stellte.

Wer in Deutschland an politischenStellschrauben drehen will, wird auf Herz und Nieren geprüft. Knapp drei Wochen vor der Wahl löchern etwa 90 Kinder den Bundestagskandidaten der SPD mit ihren
Fragen im Erfurter Landtag.  

Wofür sind Sie hier im Haus zuständig?
Für die Finanzen und den Landeshaushalt. Zum Vergleich: Eure Eltern bestimmen die Höhe eures Taschengeldes. Ich bestimme im Parlament mit wie viel die Landesregierung ausgeben darf. 

Wie funktioniert Wahlkampf?
Die Wählerentscheiden, wer politisch bestimmen soll. Damit die Leute wissen, wer die Bewerber sind und was sie wollen gibt es Wahlplakate und viele Veranstaltungen, in denen sich die Politiker den Fragen stellen. 

Weshalb ist Politik so schwierig?
Weil man es nie allen Menschen recht machen kann. Wir Politiker müssen also Wege finden, die meisten Menschen mitzunehmen und gleichzeitig das Richtige zu tun.  

Wenn zwei Parteien gleich viele Stimmen haben, machen die dann Schnick-Schnack-Schnuck?
Schöne Idee. Nein, bei Bürgermeisterwahlen entscheidet dann das Los. Es kommt aber sehr selten vor. In Parlamenten bilden meist mehrere Parteien zusammen eine Mehrheit.  

Wie sieht Ihr Arbeitstag aus?
Ich stehe 6.30 Uhr auf und frühstücke mit meinen Kindern. Zu arbeiten beginne ich meistens 8 Uhr. Ich habe viele Termine - Sitzungen, Ausschüsse oder Veranstaltungen. Im Wahlkampf dauert mein Arbeitstag oft bis 22 Uhr.

Worin sehen Sie Ihre Hauptaufgabe?
Den Menschen zuzuhören und Lösungen für ihre Probleme zu finden. Deshalb bin ich viel in Schulen, Unternehmen und Vereinen unterwegs. 

Wozu brauchen wir Politiker?
Politiker machen Gesetze. Wenn ihr gemeinsam ein Spiel spielt, gibt es Regeln, an die sich alle halten müssen. So ist das im Leben auch. Die Politik gibt vor, nach welchen Regeln unser gesellschaftliches Leben abläuft.  

Was passiert, wenn ein Politiker gewählt wird und dann stirbt?
Für diesen sehr traurigen Fall gibt es eine Liste mit Nachrückern.  

Wie definieren Sie Demokratie?
Die Spielregeln in einer Demokratie sind so gestaltet, dass jede Partei die Chance hat, zu gewinnen. Die Sieger haben nun eine Wahlperiode lang Zeit, ihre Vorstellungen zu verwirklichen, Gesetze auf den Weg zu bringen. Ist das Volk damit irgendwann nicht mehr einverstanden, trifft es zur nächsten Wahl eine andere Entscheidung.   

Wozu besuchen Sie Ausschüsse?
Nicht alle Fragen können im Parlament lang und breit erörtert werden. Deshalb bilden wir kleine Gruppen, die sich dann zum Beispiel mit dem Straßenbau oder der Polizei befassen. Die Ergebnisse ihrer Arbeit nehmen die Ausschüsse mit ins Parlament, wo darüber diskutiert und abgestimmt wird. 

Warum wollten Sie Politiker werden?
Wir waren zu Hause sechs Geschwister, da musste es gerecht zugehen. Das wünsche ich mir auch für unsere Gesellschaft. Es sollte möglichst niemand zu kurz kommen. Dafür setze ich mich ein.  

Wie wählt man einen Parteivorsitzenden?
So, wie ihr euren Klassensprecher wählt: Der Kandidat mit den meisten Stimmen bekommt den Job.   

Wie viel verdienen Sie?
Ein Landtagsabgeordneter bekommt 5.500 € Bruttolohn. Brutto heißt, davon muss er noch Steuern und Krankenversicherung bezahlen. 

Arbeiten Sie auch am Wochenende?
Sehr oft sogar. Veranstaltungen, auf denen ich vielen Menschen begegne, finden meist an Wochenenden statt.   

Haben Sie manchmal keinen Bock, zuarbeiten?
Niemand hat immer Bock auf seine Arbeit. Manchmal quäle auch ich mich, doch meistens macht mir meine Arbeit Spaß.  

Was machen Sie in der SPD?
Wir setzen uns dafür ein, dass Menschen, die arbeiten, gute Arbeitsbedingungen haben, faire Löhne und eine Rente, von der sie im Alter leben können.        

Zur Person: Christoph Matschie, Jahrgang 1961, saß für die SPD von 1990 bis 2004 im Bundestag, war dort unter anderem Vorsitzender des Umweltausschusses und Staatssekretär im Forschungsministerium. Am 24. September will es das Mitglied des Thüringer Landtags noch einmal wissen. Der 56-jährige Theologe hat drei Kinder und zwei Enkelkinder.
In seinem Wahlkreis Jena - Weimarer Land - Sömmerda (120 Kilometer, 240.000 Wahlberechtigte) engagiert er sich als Abgeordneter dafür, dass die ländlichen Räume nicht abgehängt werden und für eine starke Forschung, die Jobs in den Unternehmen der Region sichert.

Autor:

Jana Scheiding aus Arnstadt

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