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Muslime in Köln: kaum Distanzierung zu islamistischem Terror

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Man hätte am Wochenende in Köln ein Zeichen setzen können:

Obwohl die prominente Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor auf allen Kanälen für die Aktion Friedensmarsch "Nicht Mit Uns – Muslime und Freunde gegen Gewalt und Terror" warb, ließen sich erstaunlich wenig Leute mobilisieren.

Von den erwarteten ca. 10 000 Teilnehmern kamen letztlich einige wenige Hundert und signalisierten, dass sie gegen Gewalt und Terror im Namen des Islam Stellung beziehen.

Die DITIB, Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion, kündigte bereits im Vorfeld an, dieser Veranstaltung fern zu bleiben. Dabei hätte ihr eine Vorbild- und Vorreiterfunktion ein Bedürfnis sein müssen.

Der Islam ist Frieden. Das klingt wie Hohn, setzt man sich mit den Gewaltakten auseinander, die täglich unter religiöser Motivation und abseits der medialen Hauptbühne geschehen. So zum Beispiel der junge Syrer, der in der Oldenburger Fußgängerzone von einem anderen Syrer erstochen wurde, weil er während des Ramadans ein Eis aß.
Wann demonstrieren die Muslime hier lautstark gegen islamistische Terroranschläge, so wie es geschieht, wenn es um Protest gegen harmlose Mohammed-Karrikaturen geht?

In der Kairoer Erklärung für Menschenrechte von 1990 haben haben 45 islamische Staaten darauf verwiesen, dass die Menschenrechte immer unter dem Vorbehalt der islamischen Rechtsordnung und der Scharia stehen, denn diese sei Allahs Gebot und damit bindend.

Wenn angesichts der aktuellen Geschehnisse nur ein paar Hundert Muslime offen Farbe gegen die Verbindung von Islam und Terror/Gewalt zeigen, wirft das eine Menge Fragen auf. Ich hätte erwartet und gewünscht, dass diese Chance von erheblich mehr Menschen wahrgenommen wird.

Aber wie antwortete doch der ehemalige Vorsitzende des Zentralrats der Muslime (Nadeem Elyas) auf die Frage, ob der säkulare Rechtsstaat die unumstößliche Grundlage sei? "Ja, solange Muslime in der Minderheit sind."

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