Schulschließung Urbich

Die feine englische Art ist das nicht: Via E-Mail, am Freitagnachmittag vor dem langen Wochen­ende, erfuhr die Regelschule am Urbicher vom Amt für Bildung von ihrer drohenden Schließung. Am Standort könnte schon bis Jahresende der Betrieb eingestellt werden. Schulleiterin Birgit Moog kann sich dazu nun bis zum 17. Oktober äußern. Dabei hatr sie in dem Schreiben zwei Varianten aufgezeigt bekommen, die möglich wären: Die Variante mit der Schulschließung in Urbich wird derzeit vom Schulamt bevorzugt. Eine zweite Möglichkeit wäre die sogannten Einzügikeit, was nach Ansicht der Lehrer ein langesam Sterben der Schule zur Folge hätte. Dabei stellte Schulamtsleiter Rigobert Krug in den Raum, dss noch eine dritte Variante denkbar wäre. Welche, wollte er allerdings nicht sagen. Ein mögliches Szenario könnte aber sein, das die RS Urbich zur Gesamtschule würde und alle Schüler zusammen bleiben.

Am Feitag jedenfalls waren Eltern, Lehrer und Schüler zunächst fassungslos. Auf dem Schulhof versammelten sich Schüler, fast jeder hatte ein Plakat mitgebracht. "Egal was passiert, wir bleiben hier..." skandierten die Schüler, die zu 100 Prozent zu ihrer Schule stehen. Alleine was die Zahlen angeht, besteht kein Grund für das Aus. Während andere Regelschulen im Stadtgebiet mit geringer Auslastung kämpfen, kann die Schulleiterin nachweisen: „Wir haben eine Belegung von 101 Prozent.“ Doch gerade darin, erklärt Schulamtsleiter Rigobert Krug, liege das Problem: „Für bestimmte pädagogische Konzepte ist dort kein Platz, die Räumlichkeiten sind außerordentlich beengt.“

Dass eine Anfrage nach mehr Raum nun zu einer Schulverlegung führen könnte, damit hätten allerdings weder Schüler noch Eltern oder Lehrer gerechnet. Noch sei nichts entschieden, erklärte Rigobert Krug gegenüber dem Allgemeinen Anzeiger. „Die Schule muss nun zunächst auf der Schulkonferenz darlegen, was sie ausmacht“, empfahl der Amtsleiter.
Nicht bestritten wurde aber, dass von Seiten der Stadt die Verlegung und die Eingliederung in die Kolpingschule in den fünf Kilometer entfernten Hirnzigenweg favorisiert werde. Für die Schüler würde das nicht nur eine längere Anfahrt bedeuten. Mit dem Rad, wie derzeit, kann dann kaum einer der Schüler mehr kommen, die aus Linderbach und Azmannsdorf und weiteren umliegenden Orten stammen. Die Schüler fürchten viel mehr um ihre Gemeinschaft, erklärt Schülersprecherin Nathalie Holzhaus. Alle Schüler fühlten sich, da sind alle Beteiligten einig, in gerade dieser Einrichtung wohl. „So einen Zusammenhalt findet sich nirgendwo“, so die Sprecherin weiter. Das bestätigen auch Gastschüler, die andernorts als nicht "beschulbar" galten, an der Schule in Urbich aber Halt und Gemeinschaft gefunden hatten.

Schulrapper Marius Knoblauch machte sofort einen Reim daraus, in den die Schüler einstimmten. Er kennt einige Schulen der Stadt. Nirgendwo konnte er sich so integrieren wie hier. Auch Michelle Geißler hatte ihre Probleme andernorts, in Urbich fühlt sie sich dagegen wohl. Die Schüler vereint der Widerstand gegen die drohende Schließung umso mehr. Es schweißt sie noch mehr zusammen, als es vorher schon der Fall gewesen ist.

Gegen die Schulschließung wollen Eltern und Schüler am Montag, 10.10. um 10 Uhr vor dem Rathaus demonstrieren.

Autor:

Axel Heyder aus Erfurt

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