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Auch baumlos glücklich

Viele Thüringer Feuerwehrvereine organisieren „Baumverbrennungsfeste“. Kristina (links/15) und Alyssa (13) aus Egstedt sind dabei. Foto: Th. Gräser
Viele Thüringer Feuerwehrvereine organisieren „Baumverbrennungsfeste“. Kristina (links/15) und Alyssa (13) aus Egstedt sind dabei. Foto: Th. Gräser
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Geliebt, geworfen, geschreddert - Es gibt viele Methoden, um seinen Weihnachtsbaum loszuwerden

Rund 29 Millionen Weihnachtsbäume werden jährlich in Deutschland verkauft. Vor kurzem waren sie noch im Rampenlicht. Doch jetzt sind sie verstoßen. Ohne Schmuck und Lichterglanz fristen sie neben den Mülltonnen ihr Dasein. Wohin mit den ausrangierten Christbäumen?

Kompostierung: Die meisten ausgedienten Weihachtsbäume werden in Thüringen geschreddert und kompostiert. In Erfurt sammeln die Stadtwerke bis 30. Januar die Bäume ein. In und um Gera geschieht das ab 17. Januar. In Weimar können Christbäume auf den Wertstoffsammelplätzen abgelegt werden oder auf dem Wertstoffhof und der Kompostanlage Umpferstedt kostenlos entsorgt werden. In Nordhausen läuft die Entsorgung bis 20. Januar, in Gotha noch bis zum 3. Februar.

Wetterstation: Da Fichtenzweige bei nahendem Sonnenschein nach oben zeigen und vor dem Regen nach unten, kann man ein Hygrometer basteln. Dazu kann der getrocknete Baum verkehrt herum eingegraben werden.

Verbrennung: In einigen Regionen werden ausgediente Weihnachtsbäume volksfesthaft öffentlich verbrannt. Woanders werden sie für das Osterfeuer gesammelt. Die Rudolstädter haben kein Entsorgungsproblem, denn am 21. Januar, veranstaltet der Verein "Marienturmfreunde" auf der Bleichwiese ein großes Lagerfeuer mit kulinarischer Versorgung. Wer zwischen 13 und 18 Uhr seinen Weihnachtsbaum den Flammen übereignet, bekommt sogar ein Glas Glühwein kostenfrei dazu.

Küchenhelfer: In der nachweihnachtlichen "Weihnachtsverwertungswerkstatt" können geschickte Heimwerker Teile des Christbaumes mit Weide kombinieren. So entstehen Etageren, Rankhilfen, Futterhäuser, Sonnenschirme und Quirle für die Küche - je nachdem wie der Baum gewachsen ist. Werkstatt

Möbelstück: Aus einem ausgedienten Weihnachtsbaum lässt sich auch ein praktischer Hocker zaubern. Hocker

Tierspielzeug: Im Thüringer Zoopark Erfurt dienen ausrangierte Weihnachtsbäume den Elefanten, Kamelen und Ziegen als Spielzeug. Als Nahrung spielen sie keine Rolle.

Blütenzauber: Ein getrockneter kahler Exchristbaum wird zum echten Hingucker, wenn an dessen Zweigen hunderte künstliche Blüten mit Heißkleber befestigt werden.

Laichhilfe: Es gibt Angler, die versenken Nadelgehölze in Seen. Daran legen Fische ihren Laich ab. Weitwurf: In Saalfeld wird seit sechs Jahren ein Weihnachtsbaumwerfen in Kategorien veranstaltet. Die weitesten Würfe werden prämiert.

Insektenhotel: Eine tolle Idee zur Nachhaltigkeit eines Exchristbaumes hatten die Wiener Stadtväter. Die große Tanne vom Markt wird künftig Wildbienen, Florfliegen und Marienkäfer beherbergen. Aus dem Stamm und den Ästen werden mehrere Insektenhotels gefertigt. Das Holz reicht für mehr als zehn dieser Holzhäuschen, in die zahlreiche Löcher verschiedener Größe gebohrt wurden, um Insekten Nist- und Überwinterungsplätze zu bieten. Acht Stück sollen laut Rathaus in städtischen Parks aufgehängt werden, der Rest kommt in den Wald.

Pflanzenschutz: Abgeschnittene Fichten- und Tannenzweige schützen austreibende Blumenzwiebeln und Stauden vor Frost und Austrocknung. Immergrüne Gehölze wie Rhododendron oder Kirschlorbeer können von einem Schutz aus Nadelzweigen profitieren. Diese Gewächse vertrocknen bei Frost schnell, weil sie über ihre Blätter auch im Winter Wasser abgeben, aus dem gefrorenen Boden aber kein neues aufnehmen können.

Futterstation: Der ausrangierte Christbaum kann im Garten auch als Halterung für Meisenknödel, anderes Vogelfutter und Futterhäuser dienen.

Fichten-Hygrometer

Fichten-Barometer

Barometer

Entsorgungstermine

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