Thüringer Verein hilft Jungen, ihr Leben verantwortungsvoll zu gestalten
Auf dem Weg zum Mann

Abenteuer unter Jungs.
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  • Foto: LAG Jungen- und Männerarbeit Thüringen
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Die LAG Jungen- und Männerarbeit Thüringen e.V. möchte Jungen dabei helfen, ihr Leben selbstbewusst und verantwortungsvoll zu meistern

Als Mann hat man's schwer. Ganz er selbst soll er sein und sich trotzdem anpassen, dazu bitte schön flexibel, erfolgreich, marktgerecht, kompetent und stark sein und natürlich auch ein verständnisvoller, sensibler Partner und Vater. Ein großer Druck, der da auf den Männern lastet. Wie schwer haben es da erst Jungen, die auf dem Weg zum Mann sind? Schon sie müssen sich täglich in Familie, Schule, Freizeit und Medien nicht nur mit Männern, sondern auch mit Rollenbildern und Klischees auseinandersetzen. Was ist gut, was ist richtig, wie können sie ihre Identität als Mann finden?

In Thüringen erfahren Jungen und auch Männer Unterstützung, dank der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Jungen- und Männerarbeit Thüringen e.V. "Es gibt nur wenige Träger im Land, die sich mit geschlechtsspezifischer Arbeit befassen", bedauert Vereinsvorsitzender Jürgen Reifarth. Dabei sei die permanent wichtig. Dabei spricht er genauso von den 'normalen' Jungen wie von denen, die aus verschiedenen Gründen benachteiligt sind. Oft wohnen die in Städten, viele haben einen Migrationshintergrund. Auch beim Thema Gewalt hat die Öffentlichkeit männliche Opfer kaum im Blick.

In der Jungenarbeit geht es der LAG in erster Linie um die Persönlichkeitsbildung der Jungs, dafür setzt sie an den Geschlechterrollen an. Außerdem will sie die Gesundheit von Jungen stärken, auch in seelischer und sozialer Hinsicht. Jungenarbeit möchte ebenso Geschlechtergerechtigkeit und Chancengleichheit, außerdem mehr männliche Bezugspersonen einbeziehen und weibliche für das Thema sensibilisieren.

Jungen ticken anders

Jungen ticken anders als Mädchen, wissen die zwölf engagierten Männer im Verein. "Sie sind eher dreister, jene, die einfach loslegen. Bei Aktionsangeboten und Abenteuern sind sie zugänglicher", weiß Reifarth um die Gegebenheiten, die Biologie, Rollendenken und Umfeld vorgeben. Über Action, Spiele und Wettbewerbe führt der Weg zum Sich-öffnen, zum Miteinander, zum Reden. Schon bei Spielen und Wettkämpfen beginnen sie, nach Regeln zu fragen, sie genauso wie eventuelle Regelverstöße zu akzeptieren. Hat jeder seinen Platz gefunden, wird auch das Wir bedeutsamer. "Es ist wichtig, dass künftige Männer einen guten Kontakt zu sich und zu anderen bekommen, auch in partnerschaftlicher und gesellschaftlicher Verantwortung leben", weiß Reifarth. Er hat schon viele gute, intensive Gesprächsrunden erlebt, in den Jungen sich öffnen, viel von sich preisgeben und Antworten auf Fragen des Lebens einfordern. Gut, dass sie dafür unter sich sind und männliche Ansprechpartner haben. So möchten es die Jungen meist, so sind sie einfach.

Die LAG sieht in jedem Jungen ein positives Potenzial, setzt genau da an. Sie hilft dabei, es weiterzuentwickeln, Kreativität und Lebensfreude zu fördern und aus Jungen Männer zu machen, die als Persönlichkeit ihren Platz im Leben finden.

www.jungenarbeit-thueringen.de

Termin Jungenwochenende:

Es sind noch Plätze frei: Jungenwochenende "Wettkämpfer. Vom Gewinnen und Verlieren" für Jungs zwischen 9 und 13 Jahren

vom 21. bis 23. September in Partschefeld bei Uhlstädt-Kirchhasel. Anmeldung: jakob.klemm@lemann-netzwerk.de, Telefon: 0176 - 4290 1444 oder unter www.jungenarbeit-thueringen.de.

Was ist Jungenarbeit?

- Jungen werden unterstützt, ihr Leben selbstbewusst und verantwortungsvoll in die Hand zu nehmen.

- Sie ist (sozial)pädagogische Arbeit von erwachsenen Männern mit Jungen und Jungengruppen und versteht sich als reflektierende Haltung mit geschlechtsspezifischem Blick.

- Themen sind die Reflexion von unterschiedlichen Geschlechterrollen, der Umgang mit Aggression, Wettbewerb und Konkurrenz, die Berufs- und Lebensorientierung, die Gestaltung von Freundschaft, Liebe, Partnerschaft und Sexualität, der Umgang mit Grenzerfahrungen: Rausch, Musik, Alkohol, Drogen, sowie Fragen von Migration, gelingender Integration und Inklusion.

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