Hund & Mensch können gut miteinander, weiß Landseer Caro
Caro packt aus! Rache am Tier geht gar nicht

Caro spielt mit der Kamera.
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Was des einen Freund, ist des anderen Feind – Fehlverhalten von Hundehaltern und Hundelosen ufert oftmals aus

Vielerorts kommt es zu Konfrontationen zwischen Hunde­haltern, Hundelosen oder gar Hundehassern. Dabei ist ein Zusammenleben längst ­geregelt. Doch einige scheinen das zu ignorieren und andere wiederum können es nicht akzeptieren. Doch Hunde im öffentlichen Raum ist gut händelbar. „Doch man muss gewisse Dinge einhalten“, meint Hundeexperte Thomas Kümmel aus Schöndorf.
Er geht sogar noch weiter und sagt: „Park und Hund sind kein Widerspruch.“ Und in ­einigen Thüringer Städten sind auch in öffentlichen Grünanlagen Hundeauslaufwiesen integriert. In Weimar sieht das anders aus. Die Stadt weist darauf hin: „Im Stadtgebiet Weimars gibt es leider ­keine ausgewiesenen Hundefreilaufflächen, weder im Innen-, noch im Außenbereich. Das Umweltamt der Stadt Weimar weist Hunde­halter darauf hin, dass für den Spaziergang mit dem Hund im Außenbereich insbesondere die Verordnungen der Schutzgebiete nach Naturschutzrecht zu beachten sind. In allen Schutzgebieten der Stadt Weimar – sowohl im den geschützten Landschaftsbestandteilen als auch im Naturschutzgebiet ‚Südhang Ettersberg‘ – gilt eine Anleinpflicht zum Schutz der dort vorkommenden Tier- und Pflanzenarten.“
Leider kommt es immer wieder zu Verstößen und Fehlverhalten von Hunde­haltern und auch Hunde­losen. Und manchmal ufert der Hass auch aus. Das Auslegen von Hundeködern mit Gift, Nägeln oder Rasier­klingen, so auch in Apolda, Sömmerda, Erfurt, Salomonsborn oder Weimar, ist strafbar. Warum müssen Hunde dafür leiden oder sterben, wenn ihre Besitzer Fehler machen? Beide Seiten sollten Rücksicht nehmen und lernen. Denn bevor man einem Hund etwas beibringen kann, muss man selbst lernen. „Es gibt Rüpel auf beiden Seiten, die das Image ver­sauen“, so Kümmel. „Ich als Hundehalter habe eine große Verantwortung. Sünder müssen angesprochen ­werden“, sagt der ­Hunde­experte weiter.
Rache am Tier ist der falsche Weg. Doch leider kriegen die Tiere das ab, was ihre „dummen Halter verur­sachen“. Aber auch oft die Tiere, von Besitzern die sich rechtens verhalten und deren Tiere gut erzogen sind. Dem zweijährigen Landseer Caro gehen da einige Gedanken durch sein Hundehirn.

Muss sich nicht beißen

Wuff, keiner versteht mich! Ich, Caro, will ja geliebt, ­respektiert werden. Ich will nichts Böses. Ich bin nicht heimtückisch, ­vorsätzlich. Doch, wenn ich mich als Hund danebenbenehme – wie es manche deuten – weiß ich es eben nicht besser. Dann weiß es mein Halter auch nicht. Zeigt auf ihn. Das hat er mir beigebracht oder auch nicht. Warum wollt ihr also mich vergiften, wenn ihr sauer auf Frauchen oder Herrchen seid?

Und dann werde ich auch noch in einigen Parks und Grünflächen nicht ­geduldet. Verstehe ich nicht. Und auch Hundeexperte Thomas Kümmel, bei dem ich zu Gast bin, meint: „Park und Hund sind kein Widerspruch. Es muss sich nicht beißen.“ Toll, diese Wortspielerei, ich liebe ­Metaphern, wuff.
Klar, Berufsgärtner sehen dies oft skeptisch – Gedanken von Belästigungen und Häufchen kreisen wohl in ihren Köpfen. Doch ich als Hund sehe es wie Kümmel: „Man muss beim hundlichen Parkbesuch ­gewisse Dinge einhalten.“ Dazu zählen: Rücksicht­nahme, eine ordentliche Leine, Kottüten und even­tuell ein Maulkorb.

Und logo, ich will ­erzogen sein. Doch oft weiß ich nicht, was Herrchen von mir will. Auch er müsste mal in Ausbildung. Dabei ist klar: „Hier“ (Herkommen) ist das wichtigste Kommando. Aber was ich da so unterwegs erlebe, ist oft fellsträubend. Da schnüffeln meine Artgenossen freilaufend vor sich hin. Und kommen Menschen, agieren die Halter einfach nicht. Mensch, ihr Zweibeiner: Tauchen spazierende oder radfahrende Homo sapiens auf, müsst ihr mich oder meine Verwandten rufen und anleinen. Gefährdung von Menschen geht doch gar nicht! Und Herr Kümmel erklärte, dass sogar ­manche vor mir und meinen Artgenossen Angst haben, ja Panik kriegen. Woher sollen wir Vierbeiner das denn wissen? Wuff!

Und ihr Hundlosen solltet erst fragen, was ihr mit mir machen dürft. Das weiß mein Herrchen, hoffentlich. Blöd finde ich: „Der macht nichts, der will nur spielen.“ Das gilt auch für meine Brüder und Schwestern. Mit zehn vertrage ich mich prima und beim elften gibt es Hundestress, wuff. „Das lässt sich erziehen, üben“, meint Kümmel. Dazu bin ich bereit. Doch wissen das alle Hundehalter? Nur wenn wir das alles gemeinsam beherzigen, nehmen wir den Hundehassern das Gift aus der Hand. Mord geht gar nicht. Wir Tiere sind unschuldig, wuff! Und Frauchen / Herrchen können uns beibringen, nichts vom Boden aufzunehmen.

Thomas Kümmel möchte eine vernünftige Aufklärung in Schulen. Schon Kinder sollten wissen, dass Hunde Raubtiere sind. Da gilt es auf beiden Seiten Regeln einzuhalten. Auch sollten Züchter Verantwortung übernehmen. Ich, Caro, möchte da mithelfen, muss aber richtig angelernt werden. Ich weiß bereits: Hunde (auch Menschen) dürfen nicht alles.

Gern würde ich sorgenfrei durch Wald, Flur und Parks streifen, auch angeleint. Aber auch Freilaufflächen finde ich hundegeil. Bei tierischen Trimmdich­pfaden, Stammbäumen oder Holzpflöcken in Parks würde ich mich sau-, ich meine, hundewohl fühlen. Und wenn mein Begleiter dann noch meine hinter­lassene „Tretmine“ entsorgt, sind wir schon einen Schritt weiter. Hundehalter haben Verantwortung. Wuff!

Anleinpflicht

Weimar. Im Stadtgebiet Weimars gibt es keine ausgewiesenen Hundefreilaufflächen, weder im Innen- noch im Außenbereich. Das Umweltamt weist darauf hin, dass für das Gassigehen im Außenbereich die Verordnungen der Schutzgebiete nach Naturschutzrecht zu beachten sind. In allen Schutzgebieten der Stadt Weimar – und in den Geschützten Landschaftsbestandteilen als auch im Naturschutzgebiet „Südhang ­Ettersberg“ – gilt ­Anleinpflicht.

In Planung

Gotha. In Gotha gibt es noch keine Hundefreilauf­flächen. Es ist jedoch geplant, im Frühjahr kommenden Jahres die erste Fläche auszu­weisen. Hierfür ist eine Anpassung der Grünanlagensatzung erforderlich, diese soll noch in diesem Jahr dem Stadtrat vorgestellt werden.

Reichlich Flächen

Erfurt. Da der Nordpark nicht mehr zum Ausstellungsgelände der Buga zählt, wird die Hundewiese weiter nutzbar sein. Nur während der Bauarbeiten (bis Frühjahr 2020) wird es Einschränkungen geben. Eine nahe Ausweichfläche ist anvisiert. Im Buga-Halbjahr werden der Nordpark sowie die nördliche Geraaue frei zugänglich bleiben. Eventuell werden einzelne eintrittspflichtige Veranstaltungen im Nordpark – der dann kurzzeitig eingezäunt wird – stattfinden. Hunde­freilauffläche sind ausgewiesen: im Südpark,
im Nordpark, in der Wohngebietsgrünanlage Roter Berg-Bonhoeferstraße, in der Warschauer Straße, im Dendro­logischen Garten, in der Nördlichen Geraaue-Nähe Tallinner Straße und am Sportpark, Straße der ­Nationen in Planung.

Ausgewählt

Gera. Es wurden über das Stadtgebiet von Gera 13 ­Grünflächen ausgewählt, die ganz oder ­anteilig als „Hundefreilauf­wiesen“ gekennzeichnet sind. Diese sind vorbildlich auf der Stadt-Homepage veröffentlicht.

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