Auto und Zweirad
Die Motorradmarke Harley-Davidson ist startklar für die nächste Saison

Klassische Optik, aber mit neuen Rahmen, neuen Motoren und neuen Fahrwerken: das Harley-Davidson Softail-Lineup des Modelljahres 2018.
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  • Klassische Optik, aber mit neuen Rahmen, neuen Motoren und neuen Fahrwerken: das Harley-Davidson Softail-Lineup des Modelljahres 2018.
  • Foto: © Harley-Davidson / TRD Blog
  • hochgeladen von Heinz Stanelle

By TRD-Pressedienst  (TRD/MID) – Alles für die Freiheit, Freiheit für alle! So lautet ein Credo der amerikanischen Kult-Motorradmarke Harley-Davidson. Harley steht für mehr als Motorradfahren, es ist auch eine Weltanschauung.
Dabei hat sich die Marke mit dem jetzt präsentierten, neuen Jahrgang
praktisch völlig neu erfunden: mit einem neuen Rahmen, neuen Motoren und
neuen Fahrwerken.“Cruiser sind unser Kerngeschäft. Da geht es um
Gefühle“, erklärt Peter Michael Keppler, Direktor für Produktplanung bei
Harley-Davidson, die Motivation für die Neuerungen. „Wir haben uns den
Markt durch die Augen der Nutzer angeschaut. So sind wir zu den neuen
Softail-Modellen gekommen.“

Softail? Optisch sieht der Fahrzeugrahmen ähnlich wie ein alter Starrrahmen aus, doch es gibt natürlich eine gefederte Schwinge hinten.
Gleichzeitig hat der Hersteller das Modellangebot komplett überarbeitet.
Herausgekommen sind leichtere, schnellere Maschinen mit einem
dramatisch verbesserten Handling. Die überarbeiteten Fahrwerke stecken
die Mehrleistung der neuen Triebwerke souverän weg. So ist der neue
Rahmen 34 Prozent steifer als bisher, wobei das klassische Aussehen
beibehalten wurde.

„Im Prinzip haben wir mit einem weißen Blatt Papier angefangen“, beteuert Kirk Rasmussen, der bei Harley für das Styling verantwortlich
zeichnet. Ihm war die Ästhetik besonders wichtig. Dabei durften die
Traditionalisten unter den Markenfans nicht verprellt werden. Das
scheint rundum gelungen zu sein. Und obwohl nun die Mehrheit der
amerikanischen Big Twin-Bikes mit dem gleichen Rahmen ausgerüstet ist,
strahlen alle Modelle einen ganz individuellen Charakter aus.
Für erste Probefahrten im Hinterland von Barcelona standen zunächst nur vier dieser neuen Maschinen zur Verfügung. Die Breakout (ab 21.595
Euro) steht lang und schwer auf den Rädern – das Vorderrad weist das
ungewöhnliche Format 150/80-17 auf, das Hinterrad hat eine üppige Breite
von rund 240 Millimetern. Das macht Kurvenfahren nicht gerade mühelos,
und auch das Aufstellmoment beim Bremsen ist deutlich, doch so hat das
Bike eine charakterstarke Ausstrahlung. Der flache, breite Lenker ist
nur milde gekröpft. Mit lang gestreckten Armen und relativ weit vorn
angeordneten Fußrasten passt sie nicht für Jedermann. Doch die neue
Breakout lässt sie sich um Klassen einfacher beherrschen als ihr
Vorgänger.

Leichter zu fahren und mit mehr Schräglagenfreiheit als bisher – das gilt auch für die Street Bob (ab 14 495 Euro) des Jahrgangs 2018. 1,85 Meter große Fahrer müssen sich wie ein Klappmeser falten, wenn sie losfahren wollen. Über den hohen Lenker bekommt der Fahrer das Bike aber
gut in den Griff. In Kurven setzen seitliche Bauteile nicht mehr so
früh auf dem Boden auf wie bisher. Ergonomisch für Fahrer der erwähnten Größe passt die Fatbob (ab 17 895 Euro) auf Anhieb ausgezeichnet. Die Lenkerenden und die Hände findenspontan zusammen, der Knieschluss am Tank fördert sofort großes Vertrauen in die Maschine. Als erhebliche Verbesserung zu erkennen ist die einfache Erreichbarkeit der Justierung von Federvorspannung der Hinterradfederung wie bei weiteren Modellen des Jahrgangs: Über einen Drehknopf rechts an der Seite ist sie ohne Werkzeug einzustellen. Dieses Merkmal hat die neue Heritage (ab 22 595 Euro) nicht. Da haben die Entwickler für die Beibehaltung eines möglichst klassischen Looks
die Verstellmöglichkeit unter der Sitzbank versteckt. Das Motorrad fährt
sich trotz seines wuchtigen Aussehens erfreulich spielerisch. Die
Trittbretter bekommen schnell Bodenkontakt, sind aber klappbar. Gegen
flottes Kurvenräubern spricht also wenig – auch dank des vergleichsweise
schmalen 150er-Hinterreifens.

Für diese und alle anderen Harleys gilt, dass die Listenversion nahezu unendlich individuell verändert werden kann – ab Werk mit voller
Garantie und finanzierbar. Wer also beispielsweise mit der
Lenkerkröpfung eines Modells nicht klarkommt, sucht sich den passenden
Lenker aus und lässt ihn im Tausch montieren. Auch bei der Farbgebung
kennt das Unternehmen aus Milwaukee praktisch keine Grenzen. Der rund
1.000 Seiten dicke Zubehörkatalog sollte schließlich keinerlei Wünsche
offen lassen.

Insgesamt bietet Harley-Davidson im Modelljahr 2018 in Deutschland 26 Serienmodelle, drei aufwendig individualisierte CVO Sondermodelle und
zwei Trikes an. Neu sind pünktlich zum 115. Firmenjubiläum die zehn
limitierten Anniversary-Ausführungen. Die Basisversionen der Road Glide
und Street Glide sind nun auch in Europa erhältlich. Nicht mehr im
Portfolio vertreten sind die Modelle Sportster 1200 Custom Limited
Edition B, Wide Glide und Fat Boy Special. Die vormals als Dyna-Modelle
angebotenen Typen Street Bob, Low Rider und Fat Bob basieren jetzt auf
der neuen Softail-Plattform. Die bisherigen Baureihen Softail und Dyna
wurden also miteinander vereint.

Während in der Softail-Familie alles neu ist, erhielt die Sportster-Familie neben einem Jubiläumsmodell vor allem Modellpflege. In der Touring-Familie wurden die Street Glide und die Road Glide umfassend überarbeitet. Auch hier gibt es Jubiläumsversionen und Modellpflege, etwa für die Street Gilde. Der Milwaukee-Eight 107 Motor mit 1.745 ccm Hubraum (107 Kubikinch), der 2017 sein Debüt in der Touring-Baureihe feierte, kommt jetzt auch in diesen neuen
Softail-Modellen zum Einsatz, wo er die bislang verwendeten Motoren der
Twin Cam-Generation ablöst. Der Motor leistet 64 kW/87 PS bei 5.020
U/min und erreicht bei 3.000 U/min sein Drehmomentmaximum von bulligen
145 Newtonmeter. Darüber hinaus verfügt die neue Plattform der Softtail
unter anderem über einen vollkommen neu konstruierten Rahmen und
Schwingen sowie über neue Gabeln und Federbeine.

Auf der Softail-Basis gibt es die Baureihe „Street“ mit der Street 750 und der Street Rod, „Sportster“ mit den Versionen Superlow, Iron
883, 1200 Custom, Roadster, Forty-Eight, 115th Anniversary Forty-Eight
und Superlow 1200T. Noch größer ist die Zahl der Bikes, die als
„Softail“ daherkommen: Street Bob, Fat Bob, Fat Bob 114, Low Rider,
Breakout, Breakout 114, 115th anniversary Breakout 114, Softtail Slim,
Fat Boy, Fat Boy 114, 115th Anniversary Fat Boy, Deluxe, Heritage
Classic, Heritage Classic 114 und 115th Anniversary Heritage Classic
114. Der Motor mit 114 Cubic inch, 1.868 ccm, leistet 69 kW (94 PS) bei
5020 /min und liefert als maximales Drehmoment satte 155 Nm bei
3000/min. Schließlich ergänzt die Baureihe „Touring“ das Angebot. Auch hier ist die Auswahl groß bis unübersichtlich: Road King, Road King Classic,
Road King Special, Street Glide, 115th Anniversary Street Glide Special,
Ultra Limited, 115th Anniversary Ultra Limited, Ultra Limited Low, Road
Glide, Road Glide Special, Road Glide Ultra.

Vier der neuen Softail Modelle sind nicht nur in der Version mit Milwaukee-Eight 107, sondern zusätzlich in einer Version mit dem
besonders kraftvollen Milwaukee-Eight 114 mit 1.868 Kubikzentimetern
Hubraum (114 Kubikinch) erhältlich. Die neuen Motoren laufen im Standgas
ruhiger als es bisher der Fall war: Der bullige V-Zweizylinder ist egal
in welcher Ausbaustufe akustisch kaum von einem japanischen
Reihenvierzylinder zu unterscheiden. Unter Last ändert sich das
nachdrücklich, auch wenn die Serienauspuffanlagen sicher nicht allen
Geräuschanforderungen der Fans gerecht werden.

Auf den beschriebenen Neuerungen will sich Harley-Davidson nun keinesfalls ausruhen. In den nächsten zehn Jahren will das Unternehmen
100 neue Modelle und Versionen auf den Markt bringen. Wenn es so
weitergeht wie beim Jahrgang 2018 verspricht das eine großartige Zukunft
– für die Marke und die Biker.

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