Digital und Technik
Die „Romeo und Julia Falle“ im Internet

Auf Dating-Portalen ist Vorsicht geboten. Fiese Betrüger versuchen, die Gefühle von Menschen auszunutzen, um an deren Geld zu gelangen.
  • Auf Dating-Portalen ist Vorsicht geboten. Fiese Betrüger versuchen, die Gefühle von Menschen auszunutzen, um an deren Geld zu gelangen.
  • Foto: © RachelScottYoga / pixabay.com /TRDdigital
  • hochgeladen von Heinz Stanelle

By (TRD) Pressedienst Blog News Portal

(TRD/CID) Immer mehr Menschen suchen privates Glück im Internet. Und deshalb boomen Partnervermittlungs-Portale. Doch das zieht auch Liebesbetrüger an, sogenannte „Love-Scammer“ Diese Zeitgenossen schleichen sich in Dating-Portale und soziale Netzwerke ein. Sie treten mit partnersuchenden Singles in Kontakt, um diese schließlich finanziell auszubeuten. Dabei spielen sie Gefühle von Liebe und Romantik vor, um so ihre Geldforderungen zu stellen.

Die psychologische Partnervermittlung www.gleichklang.de beobachtet eine Zunahme an Professionalität und Raffinesse bei den Tätern. Dadurch versuchten die Täter, Abwehrmaßnahmen der Dating-Portale zu unterlaufen. Gleichklang-Psychologe Guido F. Gebauer berichtet, dass früher Love Scammer bereits an ihren Profilen leicht zu erkennen gewesen sein. Angaben seien oftmals widersprüchlich gewesen. Aufgefallen sei auch eine merkwürdig wirkende Mischung aus Deutsch und Englisch.

Zunehmend stoße man bei Gleichklang aber auf unauffällig wirkende Profile, die nicht sofort als Profile von Love-Scammern erkannt werden. Gebauer vermutet, dass hierzu wohl auch eine Verbesserung automatischer Übersetzung-Systeme, wie Google-Translation, beigetragen habe.
Die meisten Love-Scammer verwendeten gültige Kreditkarten oder Bankdaten anderer Personen, die davon nichts wüssten. Dies führe dazu, dass spätestens mit dem Platzen der Zahlungsdaten die entsprechenden Profile automatisch blockiert würden. Allerdings bemerkten Inhaber der Bezahldaten den Missbrauch nicht immer und vor allem nicht immer sofort.

Früher sei es noch relativ oft möglich gewesen, Love-Scammer vor der kostenpflichtigen Teilnahme durch Inkonsistenzen der angegebenen Wohnort-Adresse mit der IP-Adresse zu erkennen und Bezahl-Prozesse sofort zu blockieren. Mittlerweile würden viele Täter aber Proxy-Server verwenden und dadurch diese Blockade umgehen.

Typisches Merkmal der meisten Love-Scammer sei nach wie vor, kurz nach Start der Teilnahme eine große Anzahl an Nachrichten an alle erreichbaren Vorschläge zu senden und in dieser Nachricht auch sofort die eigene E-Mail mitzuteilen.

In den Profilen dieser Täter seien meistens keine Auffälligkeiten erkennbar, sodass auch eine manuelle Prüfung der Profile zu keinem Erfolg führe. Erkannt werden könnten diese Profile erst dann, wenn Mitglieder die Missbrauch-Melde-Funktion nutzten und über eine zwischenzeitlich eingegangene Geldforderung berichteten.

Letztlich können sich die potenziellen Opfer selbst schützen, indem sie jeden Kontakt sofort abbrechen, wenn auch nur die geringste Geldforderung gestellt werde. Die Masche bestehe nämlich ausnahmslos darin, zunächst eine Online-Romanze vorzutäuschen, um sodann eine mit einem Auslandsaufenthalt verbundene finanzielle Notlage vorzugeben, die ein schon angestrebtes Treffen angeblich unmöglich mache. Sei die erste Rate überwiesen, würden weitere Forderungen folgen.

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