Brustkrebs-Früherkennung dank Mammographie Screening
Ein Termin kann Leben retten

„Verlieren Sie die Angst vor der Untersuchung“, möchte Dr. Jörg Buse – hier bei der Auswertung einer beim Mammographie-­Screening entstandenen ­Aufnahme – allen Frauen in Thüringen sagen, die sich bisher nicht zur Untersuchung trauten. Denn so besteht eine große Chance auf die rechtzeitige Früherkennung von Brustkrebs.
  • „Verlieren Sie die Angst vor der Untersuchung“, möchte Dr. Jörg Buse – hier bei der Auswertung einer beim Mammographie-­Screening entstandenen ­Aufnahme – allen Frauen in Thüringen sagen, die sich bisher nicht zur Untersuchung trauten. Denn so besteht eine große Chance auf die rechtzeitige Früherkennung von Brustkrebs.
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Ein lebenswichtiges Thema ist die Brustkrebs-Früherkennung. Das Mammographie Screening ­Thüringen Nord West mit Standort auch in Erfurt besteht zehn Jahre.

Thüringer ­Frauen sind offenbar ­vorausschauender als andere – wenn es um das Thema Brustkrebsvorsorge geht. Seit genau zehn Jahren gibt es das ­„Mammographie Screening Thüringen Nord West“ mit drei festen ­Standorten in Eisenach, Bad Langensalza, Erfurt und einem mobilen Standort, dem „Mammobil“­ – s­omit also auch in der Nordhäuser Straße 74 in Erfurt.

Bei den Teilnehmerquoten aller Bundesländer in diesem gesetzlichen Früh­erkennungsprogramm finden sich die Thüringerinnen immer unter den drei besten. „In den vergangenen zehn Jahren wurden in unserem Betreuungsbereich 630 000 Einladungen verschickt, davon kamen ­370 000 Frauen, das sind rund 59 Prozent“, freut sich Dr. med. Jörg Buse, einer der beiden Programmverantwortlichen Ärzte der Region.

Er ist froh, dass einerseits alle Frauen im Alter von 50 und 69 Jahren Einladungen zum Screening mit ­konkretem Terminvorschlag erhalten – eine beispielhafte, vom Gesetzgeber geförderte und bevölkerungsbezogene Früherkennungsmaßnahme, die laut dem deutschen Krebsplan bald auf noch mehr Früherkennungs-Screenings für andere Krebsarten erweitert werden soll. Andererseits ist ihm die Teilnahmequote noch immer zu gering.
„Es gibt nun mal sonst keine spezifische Vorsorge gegen Brustkrebs. Man kann nichts tun, um ihn ­zuverlässig zu verhindern, da hilft die gesündeste Lebensweise nichts“, weiß der erfahrende Mediziner. „Man kann aber zumindest ­versuchen, Brustkrebs rechtzeitig zu entdecken!“ Denn: „Die Sterblichkeit sinkt, wenn der Tumor noch klein ist, wir ihn rechtzeitig entdecken“, bringt es Dr. Buse auf den Punkt. Genau dann, wenn eine solche ­Veränderung des Gewebes noch nicht tastbar, ein Tumor deutlich weniger als zwei Zentimeter groß ist, könne die Krankheit wesentlich schonender geheilt, die Patientin gesund werden.

In den zehn Jahren, in ­denen es die ­Mammographie- Einheit Thüringen Nord West gibt, haben die Mediziner unter allen Teilnehmerinnen durch die Untersuchung rund 2000 Mal Brustkrebs ent­decken können. Meist in einem sehr frühen Stadium. Bundesweit entspricht das einer Zahl von fast 200 000 Betroffenen. Eine Großstadt voller Frauen.

Den meisten Frauen konnte geholfen werden. „So wurden in 90 Prozent Amputationen vermieden. Die Früherkennung bringt also weniger Brust-­Entfernung und mehr Überleben“, konstatiert Buse. „Wir haben dadurch die Sterblichkeit durch Brustkrebs senken können.“
Deshalb fällt sein Appell an die noch zögerlichen ­Frauen in Thüringen eindeutig aus: „Überwinden Sie Ihre Bedenken, kommen Sie zur Früherkennung!“ Es gebe so furchtbar viele Mythen um die Untersuchung selbst, die nicht stimmten, versichert er. Ein Früherkennungstermin kann Leben retten.

» www.screening-thueringen-­nordwest.de

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