Gewerkschaft NGG warnt vor Altersarmut
Erfurt: 27 Prozent mehr Rentner auf Stütze vom Amt angewiesen

Trotz jahrzehntelanger Arbeit sind immer mehr Menschen von Altersarmut bedroht.
  • Trotz jahrzehntelanger Arbeit sind immer mehr Menschen von Altersarmut bedroht.
  • Foto: NGG
  • hochgeladen von Daniel Dreckmann

Wenn die Rente nicht reicht: Immer mehr Menschen in Erfurt sind neben ihrenAltersbezügen auf staatliche Stütze angewiesen. Die Zahl der Empfänger von „AltersHartz-IV“ stieg innerhalb von zehn Jahren um 27 Prozent.

Gab es in Erfurt 2008 noch1.757 Bezieher von Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung, so waren es imvergangenen Jahr bereits 2.225.

Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststättenmit. Die NGG beruft sich hierbei auf Angaben des Statistischen Landesamtes. Danach
erhielten in ganz Thüringen zuletzt rund 16.000 Rentnerinnen und RentnerGrundsicherung – 25 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor.

„Die amtlichen Zahlen zeigen nur die Spitze des Eisbergs. Denn sehr viele Menschen,
die wegen Mini-Renten eigentlich einen Anspruch auf die Grundsicherung haben,
schrecken aus Scham vor einem Antrag zurück“, sagt Jens Löbel, Geschäftsführer der NGG-Region Thüringen. So sind nach einerUntersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) bundesweit aktuell
bereits 16,8 Prozent der Rentner von Armut bedroht. Ohne die Einführung einer

Grundrente könnte das Armutsrisiko laut DIW bis zum Jahr 2039 auf 21,6 Prozentsteigen – selbst bei einer weiterhin positiven Konjunkturentwicklung.

„Eine entscheidende Ursache für dürftige Renten sind niedrige Einkommen. Auch wer
Jahrzehnte in einer Bäckerei oder einem Restaurant gearbeitet hat, landet im Alter oft
unter der Armutsschwelle. Das liegt auch an der Praxis vieler Unternehmen, aus
Tarifverträgen auszusteigen und so die Löhne zu drücken. Hinzu kommt der Trend zu
Teilzeit und Minijobs“, erklärt der Gewerkschafter Löbel.

Quelle: NGG

Autor:

Daniel Dreckmann aus Zeulenroda-Triebes

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