30 Jahre lang war Hannelore Marini live dabei
Erfurter Volkshochschule gibt es seit 100 Jahren

Hannelore Marini erinnert sich sehr gern an ihre Arbeit in der Volkshochschule.
  • Hannelore Marini erinnert sich sehr gern an ihre Arbeit in der Volkshochschule.
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Die Erfurter Volkshochschule gibt es seit 100 Jahren. Hannelore Marini erinnert sich an 30 gute Jahre dort.

"Es ist wirklich gut, dass es die Volkshochschule gibt. Sie ist eine wunderbare Möglichkeit für alle, sich auch nach der Schulzeit und außerhalb von einem Unternehmen zu bilden. Sie ist dafür der ­ideale Anlaufpunkt“. Davon ist Hannelore Marini überzeugt. Sie kann all die jungen, mitteljungen und manchmal auch schon ein wenig in die Jahre gekommenen Teilnehmer an den Volkshochschulkursen gar nicht zählen, die sie kennenlernen durfte.

„Gefühlt sind sie alle durch unsere Hände gegangen“, sagt sie, die 30 Jahre lang in der Anmeldung der Erfurter Volkshochschule gearbeitet hat. Bei ihr und den Kolleginnen lief alles zusammen, sie waren die guten Seelen im Haus – mussten Anmeldungen entgegennehmen, Klassenbücher kontrollieren, Gebühren kassieren, ­Statistiken führen, Fragen beantworten, immer und immer wieder Prozedere und Wege ­erklären, organisieren, manchmal auch einfach nur zuhören oder Zuspruch spenden.

Obwohl sie schon seit 2007 in Rente ist, erinnert sich Hannelore Marini noch heute mit Freude an ihre Arbeit. „Ich habe dort immer sehr gern gearbeitet“, gibt sie zu, die in den 30 Jahren fünf Umzuge, einen Brand, eine Umquartierung und drei Volkshochschulleiter erlebt hat. „Das alles war sehr prägend.“ Auch, wie sich die Angebote der Bildungseinrichtung für Erwachsene im Laufe der Jahrzehnte verändert hat. Schulabschlüsse waren immer sehr gefragt, erinnert sie sich vor allem an die Vorwendejahre. Lange noch nach dem Krieg gab es immer wieder Ältere, die an der Volkshochschule schließlich doch ihren Schulabschluss nachholen wollten und konnten. Und auch die Abiturkurse waren sehr gefragt, durften doch vor 1989 nur wenige Auserwählte die Oberschule besuchen. Auch so mancher Berufs­abschluss konnte hier absolviert werden. „Vieles hat sich heute verschoben“, weiß ­Hannelore Marini. Natürlich gebe es immer noch die Möglichkeit, auf diesem Bildungsweg den Realschulabschluss oder das Abitur nachzuholen, Sprachen und andere wichtige Dinge zu lernen. Aber ­insgesamt seien es mit den Jahren sehr viele kreative Kurse und auch die zur politischen Bildung mehr geworden. Sie selbst habe auch schon etliche Kurse absolviert, gesteht Hannelore Marini, den Verlockungen, mehr zu erfahren und Neues zu lernen, nicht widerstehen zu können. Fünf Semester Französisch, ein Kurs zu den Wallburgen um Erfurt und einer zum Thema Rosen stehen auf ihrer persönlichen Weiterbildungsbilanz.

Wenn sie ihr Weg heute zufällig einmal in die Räume ihrer alten Wirkungsstätte führt, ist das Gefühl noch immer wie damals: „Da fühle ich mich wie zu Hause.“ Bestimmt ist es ihr am 23. März ganz genauso ergangenen, als  im Rathausfestsaal der runde Geburtstag der Erfurter Volkshochschule festlich begangen wurde, auf den Tag genau 100 Jahre nach ihrer Gründung.

Gut zu wissen

» Am 23. März 1919 ­gründeten engagierte Erfurter Bürger die Volkshoch­schule der Stadt.

» Bis dahin war Bildung untrennbar mit dem ­sozialen Status verbunden. Nun sollten alle Erwachsenen an neuen Bildungsideen teilhaben können, vor allem jene, die bislang nicht von den Segnungen der Schule profitieren konnten.

» Der erste Geschäftsführer der Erfurter Volkshochschule war der 24-jährige Volksschullehrer Alfred Denner.

» Mit der Wiederver­einigung wurde die Volkshochschule kommunale Bildungseinrichtung, also der Stadt unterstellt.

» Die Stadt stellte nach der Wende das Gebäude in der Schotten­straße 7 zur Verfügung, erstmals konnten Verwaltung und ein Großteil des Unterrichts gebündelt werden.
» Neben dem Haupthaus gibt es heute drei Außenstellen sowie 30 weitere Unterrichtsstandorte.

» Im Jahr 2018 gab es an der Volkshochschule 995 Kurse mit 9926 ­Teilnehmern in 32 726 Stunden.

» Der Leitspruch der Erfurter Volkshochschule lautet: „Wir sind für Sie da – ­Bildung für alle“

» Programm und weitere Infos: www.erfurt.de/vhs

Autor:

Helke Floeckner aus Erfurt

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