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Fakten oder Floskeln? Tipps fürs Bewerbungsgespräch

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Floskeln unerwünscht: Die Personalchefs haben im Kopf gedanklich eine Checkliste von fachlichen und persönlichen Anforderungen, die sie beim Bewerber im Gespräch wiederfinden beziehungsweise wiederhören möchten.
Floskeln unerwünscht: Die Personalchefs haben im Kopf gedanklich eine Checkliste von fachlichen und persönlichen Anforderungen, die sie beim Bewerber im Gespräch wiederfinden beziehungsweise wiederhören möchten. (Foto: Pixelio/Altmann)
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In den vergangenen Wochen habe ich wieder zahlreiche Bewerbungsgespräche mit Kandidaten für interessante Positionen geführt. Deren bisheriger Werdegang (Ausbildung, Qualifikationen und Berufserfahrungen) passten sehr gut zu den Anforderungen der Stelle und auch die schriftlichen Bewerbungsunterlagen waren vollkommen in Ordnung. Trotzdem haben es wieder einige Kandidaten regelrecht vermasselt.

Was war passiert? Diesen Kandidaten gelang es nicht, durch ihre Persönlichkeit zu überzeugen: Auftreten, Körpersprache, Stimme und Konzentration auf inhaltliche Schwerpunkte der Biografie.

Obwohl die Firmen die schriftlichen Bewerbungsunterlagen kennen und vor sich liegen haben, wird man den Bewerber immer bitten, noch einmal seinen Werdegang mit eigenen Worten darzustellen. Und dann kann es passieren: Der Kandidat patzt. Er wird seiner eigenen Aktenlage nicht gerecht. Folgende vier Punkte sollten Sie daher in Vorbereitung auf zukünftige Bewerbungsgespräche viel stärker beachten:

1. Versetzen Sie sich Tage vorher in die Rolle des Gegenübers und analysieren Sie, wie die Firma den idealen Kandidaten für sich definieren würde. Es geht dabei weniger um die fachlichen Inhalte als vielmehr um die weichen Faktoren einer Persönlichkeit - insbesondere im Zusammenhang mit der Übernahme von Führungsverantwortung in einer Stelle.

2. Aus der Stellenbeschreibung haben Sie die wichtigsten Faktoren für die inhaltliche Gliederung Ihrer Präsentation, Ihres Vortrags, bereits erhalten. Die Personalchefs in den Unternehmen haben im Kopf gedanklich eine Checkliste von fachlichen und persönlichen Anforderungen, die sie beim Bewerber im Gespräch wiederfinden beziehungsweise wiederhören möchten.

3. Die meisten Personalchefs legen sehr viel Wert auf eine strukturierte Darstellung der eigenen Biografie. Neben den wichtigen Angaben zur Person, der Ausbildung und bestimmten Qualifizierungsmaßnahmen kommt man dann unmittelbar auf die beruflichen Stationen zu sprechen, in denen man die Kenntnisse und Erfahrungen gesammelt hat, die für die neue Position besonders wichtig sind. Insbesondere ältere Bewerber machen oft den Fehler, dass sie ihre berufliche Laufbahn chronologisch darstellen und mit Ereignissen beginnen, die 20 Jahre oder länger zurückliegen und wenig Bezug zur aktuellen Stelle haben. Gelangweilte Gesichter, die Beschäftigung mit dem Smartphone oder der Blick aus dem Fenster sind dann typische Reaktionen.

4. Ihr Fahrplan im Kopf ist das Stellenprofil der Firma. Legen Sie ganz konkret dar, in welchem Job Sie exakt die Dinge getan haben, die Sie in der neuen Stelle erfolgreich umsetzen müssen. Vermeiden Sie dabei Floskeln der Selbsteinschätzung und lassen Sie lieber Fakten sprechen. Zum Beispiel: Welche Tätigkeiten haben Sie exakt an welchen Maschinen ausgeführt? Welche technologische Verfahren haben Sie dabei kennengelernt? Wie sicher sind Sie bei der Beherrschung bestimmter Prozesse? Vermeiden Sie dabei die Einleitung der Sätze mit "Wir". Interessant ist für Ihre Gesprächspartner nur das, was Sie selbst erlebt und erfolgreich umgesetzt haben. Wenn Sie selbstbewusst über die Qualität Ihrer Arbeit sprechen möchten, sollten Sie dies ebenfalls anhand von Fakten tun. Gehen Sie auf konkrete Situationen ein, in denen Sie etwas gemeistert haben und erläutern Sie, wodurch Sie dies erreicht haben.

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