Tierische Weihnachtsgeschenke müssen nicht zum Problem auswachsen
Liebe, Zeit und Kosten

So verstört wie die achtjährige Chihuahua-Hündin „Schnipsel“ könnten auch Hundewelpen im ­Weihnachtstrubel reagieren.
6Bilder
  • So verstört wie die achtjährige Chihuahua-Hündin „Schnipsel“ könnten auch Hundewelpen im ­Weihnachtstrubel reagieren.
  • Foto: Thomas Gräser
  • hochgeladen von Thomas Gräser

[ Ratgeber ] Tierische Weihnachtsgeschenke müssen nicht zum Problem auswachsen – Planung und Informationen helfen

Es scheint sich noch nicht überall herumgesprochen zu haben –
Tiere unterm Weihnachtsbaum wollen im Vorfeld wohl überlegt sein. Quengelnde Kinder sollten nicht das Maß der Dinge sein. „Es muss wohl durchdacht und geplant sein“, sagt Hundetrainer Thomas Kümmel und gibt Tipps und Ratschläge preis.

„Ich bin prinzipiell nicht dagegen, dass Hunde in der Weihnachtszeit verschenkt werden, aber die ganze Familie muss bei der Anschaffung eines Tieres hinter dieser Entscheidung stehen“, so Kümmel. Das betrifft die Betreuung des Hundes, die Fütterung, Pflege und das Gassigehen. Die Familie muss Zeit für das Tier haben und diese organisieren. „Ein Hund kann vier Stunden allein gelassen werden“, sagt der Hunde­experte. Der Rest muss verplant werden, muss zu Arbeit, Freizeit und Urlaub passen.

Dazu zählen auch rund zwei Stunden Beschäftigung mit dem Hund, ohne ihn zu überreizen. Danach muss das Tier einen Rückzugsplatz nutzen können, auch als Welpe. „Das gilt gerade in der aufregenden, oft quirligen Weihnachtszeit“, so Kümmel. In Hektik kann sich ein Hund nur schwer an seine neue Umwelt gewöhnen. Da kann es schnell passieren, dass zu viel auf ihn einströmt.

„Ein Hund sollte sich entspannt einleben können. Und da ist es ratsam, wenn nur unmittelbare Familienmitglieder um das tierische Geschenk sind“, sagt Thomas Kümmel. Sind die gesamte Verwandtschaft und eventuell noch Freunde um den Baum versammelt, hat es der Hund schwer, die Ein­drücke zu verarbeiten.

„Wichtig ist, dass nicht alle auf das Neufamilienmitglied zustürmen, ihn hoch­puschen, ja ‚verrückt‘ machen“, rät Kümmel. Der Weihnachtsbaum sollte ge­sichert sein, laute Musik und Fernseher sollten tabu sein, um Fehlverhalten beim Hund zu vermeiden.

Wichtig sind auch ­feste Fütterungszeiten und Spazier­gänge mit dem Hund, denn Familienhunde bewegen sich heutzutage viel zu wenig. „Dabei gilt zu beachten: wer die Leine hat, hat das ­Sagen. Er führt das Tier in Ruhe.“

Neben dem Zeitmanagement, der Überprüfung, ob ein Familienmitglied eine Tierhaarallergie hat und ob der Mietvertrag eine Tierhaltung zulässt, sollten auch die Kosten im ­familiären Fokus stehen. Dazu zählt auch die Herkunft des ­Hundes – ­seriöser Züchter, Tierheim oder privat. Zuvor sollte Rat beim Fachmann gesucht ­werden, um die passende Rasse zu herauszufinden. Bei Hunden aus dem Tierheim sollte man sich viel nehmen, ausgiebig testen, "ob das Tier zur Familie passt, welches Wesen es in sich trägt", sagt Kümmel.

Ein Rassehund kann schon mal mit 800 bis 1800 Euro, ein ­Mischling mit 150 bis 400 Euro zu Buche schlagen, plus Erstzubehör. Dazu kommen rund: 60 Euro für Impfungen /Entwurmung, 700 Euro für Futter / Leckerlis, 70 bis 100 Euro Hundesteuer, 50 bis 80 Euro Versicherung, nicht geplante Tierarztkosten. „Da kommen rund 1400 Euro für einen mittelgroßen Hund zusammen, jährlich – und das 12 bis 15 Jahre lang“, ­rechnet Thomas Kümmel vor. Doch das sollte ein treuer Freund, ein willkommenes tierisches Familienmitglied doch wert sein. Oder?

Tipps

Hund im Winter

Der Hund ist ein Wintertier. Er kann Temperaturen an empfindlichen Körperstellen steuern. Nach dem Spaziergang sollten die Pfoten gesäubert werden. Bei Eis, Schnee und Laugenkontakt gilt es, Verklumpungen zu vermeiden. Ein ­lauwarmes Pfotenbad und abtrocknen sind hilfreich. Eventuell sollte man das Fell an den Krallen kürzen. Es gibt auch Schuhe für empfindliche Tiere. Schutzdecken oder Hundemäntel sind etwas für ältere oder Tiere mit wenig Unterwolle. Der Hund sollte an die Kälte bei Spaziergängen gewöhnt werden und ständig in Bewegung bleiben. Lebt das Tier in der Wohnung, sollte diese nicht überheizt und die Luft zu trocken sein. Der Schlafplatz – idealer Weise eine „Rückzugs­höhle“ – sollte kühl sein.

Hund zu Silvester

Hunde sind geräusch­­em­pfindlich. Durch Training kann die Angst gemindert werden. Halter sollten Spaziergänge um Silvester reduzieren. Am besten zeitig morgens oder spät abends in abgelegenen Arealen (Wald, Flur) Gassigehen. Empfehlenswert sind Auslaufgruppen, gemeinsam ist man stark und die Hunde sind abgelenkt. Bei einem Knallerlebnis nicht stehen bleiben, den Ereignisort schnell verlassen und für Wochen meiden. Den Hund keinesfalls vor Ort trösten – falls nicht mehr als das Knalltrauma passiert ist. Wenn das Tier dazu in der Lage ist, weit weg ins Spielen bringen. Reagiert der Hund auf Silvesterknaller in der Wohnung hysterisch, sollte das Herrchen Normalität zeigen, nicht reagieren. Im Notfall helfen Beruhigungsmittel vom Tierarzt oder ein Aufenthalt während dieser Zeit in einer abgelegenen Tierpension. Um den Jahreswechsel sollten Hunde nicht frei auf dem Grundstück laufen. In Panik kann das Tier ausreißen.

Kontakt: Hundeschule „Passion“ – Das Thüringer Hundezentrum: Montag bis Donnerstag: 9 bis 12 und 15 bis 17 Uhr, Freitag: 9 bis 12 Uhr, Samstag: 9 bis 12 Uhr, Sonn- und Feiertage: 9 bis 11 Uhr 

Telefon Bereich Ausbildung: (0 36 43) 41 04 47 oder (01 72) 3 63 07 88
Telefon Bereich Pension: (0 36 43) 42 73 40, Sorgentelefon für Hundebesitzer, Hunde­schule „Passion“, Montag bis Freitag, von 18 bis 20 Uhr, Telefon 0 36 43/ 41 04 47.

Weitere Links zum Thema:
Hundetraining
Hundepapst
Hundeirrtum
Hundesammlung
Hundestadttour
Hundethüringen
Hundeerziehung
Hundekultur

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen