Mein Ratschlag: Machen Sie Ihr Hobby bloß nicht zum Beruf!

In meiner Freizeit spiele ich gerne Gitarre. - Diese Worte schreibt kaum noch jemand in seinen Lebenslauf. Warum eigentlich nicht?
  • In meiner Freizeit spiele ich gerne Gitarre. - Diese Worte schreibt kaum noch jemand in seinen Lebenslauf. Warum eigentlich nicht?
  • Foto: Colourbox
  • hochgeladen von Matthias S. Freund

Aufgepasst Bewerber: Personalleiter lesen wieder gerne von Hobbys im Lebenslauf. Allerdings sollte niemand Beruf und Freizeit verwechseln und sein Hoby zum Beruf machen.

Nur noch selten lesen wir bei einer Bewerbung am Ende eines Lebenslaufes Angaben zu den Hobbys. Was früher für Schulabgänger und Studien­absolventen die Regel war, spielt bei den Bewerbungen der Berufserfahrenen heut­zutage kaum eine Rolle mehr. Dabei lässt sich – dies zeigen neue Erkenntnisse aus Langzeitstudien über Karriere­verläufe – aus der Freizeit durchaus viel Positives für den späteren beruflichen Erfolg ableiten. Personalleiter lesen Hobbys wieder gern.

Demnach bewirken intensiv und ernsthaft ausgeübte Hobbys – und dabei spielt es keine Rolle, welcher Art – eine positive Auswirkung auf die Kreativität und Leistungs­fähigkeit im Beruf. Man schätzt ein Verbesserungs­potenzial von 20 bis 30 Prozent.

Pflegen Sie Hobbys!

Dieser Effekt lässt sich damit begründen, dass Menschen in ihrer Freizeit in der Regel nur Hobbys ausführen, die ihren Leidenschaften und Stärken entsprechen. Dies hat einen positiven Effekt auf die Selbstkenntnis der eigenen Talente und Fähigkeiten. Dieses Wissen können Menschen mit einem Steckenpferd dann wirkungsvoller im Beruf einsetzen. Auf der anderen Seite bewirken Hobbys einen wohltuenden Ausgleich zu beruflichen Tätigkeiten, die eher als eine Last und Pflicht empfunden werden.

Die Kernbotschaft lautet also: Pflegen Sie Hobbys! ­Diese Gründe sprechen dafür:

• Mit Hobbys stärken und trainieren Sie wesentliche Charaktereigenschaften. Wer sich seinem Hobby mit Leidenschaft verschreibt, entwickelt zum Beispiel mehr Wissbegierde, Kreativität, ­Gewissenhaftigkeit oder künstlerisch-kulturelle ­Interessen. In der Summe machen Hobbys glücklich und tragen zu einer positiven Grundstimmung bei. Dabei werden auch Negativ­momente und Belastungen aus der eigentlichen Berufs­tätigkeit kompensiert.

• Wer sein Hobby in einem Sportverein, einer Band oder in anderen Interessengruppen und im Ehrenamt verbringt, erfährt viel häufiger die Gelegenheit, Anerkennung und positive Signale seiner Mitmenschen zu bekommen. Diese Form der Anerkennung ist Balsam für die Seele.

• Unser Gedächtnis ist ein Sammelsurium von positiven und negativen Erlebnissen. Alle Erlebnisse rund um das Hobby sind in der Regel mehrheitlich positiv und bewirken als seelischer Ankerpunkt eine gesunde Balance. Dies hat einen positiven Einfluss auf die Vermeidung von Ängsten und depressiven Stimmungen. Mit Hobbys füllen Sie Ihren „positiven Speicher“ auf.

• In den seltensten Fällen sind die Tätigkeiten eines Hobbys schnelllebig. Wer sein Interessengebiet ernsthaft betreibt und dabei Qualitätsan­sprüche an sich selbst stellt, der braucht Geduld und Ausdauer. Diese Tugenden ­haben einen hohen Wert im beruflichen Vorwärtskommen, für das Leben insgesamt.

Leistungsbeschleuniger

Hobbys sind ein regelrechter Leistungsbeschleuniger und machen Sie demnach erfolgreicher. Aber sollte man aus diesem Grund möglichst sein Hobby auch zum Beruf machen? Die wissen­schaftliche Antwort in Auswertung aller Studien lautet darauf: Nein!

Wer sein Hobby zum Beruf machen möchte, der jagt einer Illusion, einem Mythos nach. Positive Beispiele dafür gibt es in den seltensten Fällen. Eher lief es umgekehrt: Aus dem richtig gewählten Beruf ­wurde mit dem Erfolg das Gefühl, den Job als eine Art von Hobby zu empfinden und nicht umgekehrt.

Wer das Hobby zum Beruf macht, wird gezwungen, mit der ursprünglich freiwilligen Beschäftigung nun auch Geld zu verdienen. Die Wissenschaft spricht dabei von einem eintretenden Korrumpierungs-Effekt. Das Geld übernimmt dann im Laufe der Zeit die Funktion einer Belohnung und das Streben nach immer mehr Geld wirkt sich negativ auf die eigentlichen Antriebe des Hobbys aus, die Motivation.

84 Prozent scheitern

Über diese Tatsache gibt es interessante psychologische Experimente. Im Übrigen sind Geschäftsgründungen und Wege in die Selbstständigkeit aus einem Hobby heraus zu über 84 Prozent zum Scheitern verurteilt. Dies ist keine gute Idee!

Also bleiben Sie bei ­Ihrem Hobby, betreiben Sie es intrinsisch und nur aus Spaß an der ­Freude. Ich wünsche ­Ihnen ein frohes Weihnachtsfest!

Autor:

Matthias S. Freund aus Erfurt

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.